Positionen-Magazin
EU-Kom­mis­sion II

Rich­tige Impulse für Green Bonds

Die Pläne der EU-Kommission, einen einheitlichen Standard für grüne Anleihen zu schaffen, stoßen in wesentlichen Punkten auf Zustimmung in der Versicherungswirtschaft.

So soll der Standard freiwillig und emittentenneutral sein sowie sich an bestehenden Marktstandards orientieren. Damit wäre es auch staatlichen Emittenten möglich, Green Bonds auf einer weithin akzeptierten Grundlage zu begeben. Zudem beinhaltet der Vorschlag der Kommission auch die Möglichkeit, Transitionsprojekte hin zu eine nachhaltigeren Wirtschaft zu finanzieren. Die Berücksichtigung solcher Transitionsaktivitäten hilft den Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. 

Kritisch bewertet der GDV hingegen die vorgesehene Pflicht von Emittenten, die Verwendung der Erlöse aus dem Green Bond an nach der Emission erfolgte Änderungen der Taxonomiekriterien anzupassen. Andernfalls droht der Verlust des Status als EU-Green-Bond. Weder den Emittenten noch den Investoren werde damit die nötige langfristige Rechtssicherheit gegeben. Auch die Vorgabe, dass die Erlöse vollständig und ohne Abzug von Kosten in taxonomiekompatible Tätigkeiten oder Transitionsprojekte fließen müssen, könnte laut GDV die Emission von Green Bonds durch mittelständische Unternehmen behindern. Sinnvoller wäre es, einen niedrigeren Schwellenwert von zum Beispiel 80 Prozent anzusetzen.

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