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Thema Versicherungswirtschaft (© unsplash)

Versicherungswirtschaft

Energiewende, Digitalisierung und demografischer Wandel prägen unsere Wirtschaft, unsere Infrastruktur und unser gesellschaftliches Zusammenleben. In diesem Kontext übernimmt die Versicherungswirtschaft vielfältige Aufgaben. Sie schützt Menschen, Unternehmen und Institutionen, schafft Sicherheit für Investitionen und ermöglicht wirtschaftliche wie gesellschaftliche Entwicklung. Mit ihrer Expertise im Umgang mit Risiken, ihrer Rolle als Kapitalgeber und ihrem breiten Angebot an Absicherungs- und Vorsorgelösungen ist sie ein zentraler Pfeiler einer leistungsfähigen Volkswirtschaft. Auf dieser Seite finden Sie Analysen und Hintergründe.

Unsere politischen Positionen zu Transformation

  • Elementarschutz

    Hausbesitzer können ihre Immobilie im Rahmen der Wohngebäudeversicherung mit einer Elementarschadenversicherung gegen weitere Naturgefahren, wie etwa Überschwemmung und Starkregen versichern. In Folge der Flutkatastrophe im Jahre 2021 ist erneut eine Diskussion um die Einführung einer Elementarschaden-Pflichtversicherung entbrannt. Die deutschen Versicherer lehnen eine singuläre Pflichtversicherung ohne verbindliche Vorschriften zur Klimafolgenanpassung und Prävention ab und setzen sich weiter für ein Gesamtkonzept ein. Dieses sieht neben einer Versicherungslösung auch Vorsorge- und Schutzmaßnahmen vor. Als untrennbare Einheit stehen Prävention und Klimafolgenanpassung, Versicherung und Vorsorge für den extremen Katastrophenfall nebeneinander. Die Versicherer befürchten, dass sich ohne Prävention eine Spirale aus immer mehr Schäden und immer höheren Prämien in Gang setzt, die Verbraucherinnen und Verbraucher finanziell überlasten kann.

    Weitere Informationen finden Sie in unserem Gesamtkonzept


  • New Work in der Versicherungswirtschaft

    Die Veränderung der Wirtschaft durch technologische Innovation, vielfältigere Erwerbsverläufe und sich verändernde Erwartungen an ein erfüllendes und sinnstiftendes Arbeiten macht vor keiner Branche halt. Für die Beschäftigten ist Arbeit heute mehr als Broterwerb. Neben dem Gehalt bestimmen weitere Faktoren die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz: Die fortschreitende Digitalisierung und der Einsatz neuer Technologien verändern die betrieblichen Abläufe, neue Arbeitsformen halten Einzug. In FinTechs, Insurtechs und bei den Plattform-Giganten sind sie bereits gelebte Praxis. Versicherer wollen diese Herausforderung als Chance annehmen. Dazu müssen neue, innovative Arbeitsformen wie Crowdworking oder Plattformarbeit auch bei Versicherern möglich sein.

    Die Versicherungswirtschaft hat bereits vor der Corona-Pandemie mit ihrem Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten einen Rahmen geschaffen, um dem Wunsch der Beschäftigten und Arbeitgeber nach mehr Flexibilität im Arbeitsleben zu entsprechen. Eine vorausschauende Tarifpolitik und ein konstruktiver Dialog der Sozialpartner haben dies unterstützt. Aber auch das Arbeitszeitrecht muss sich an das veränderte Arbeitsumfeld anpassen: Es ist gut, dass die Bundesregierung sich vorgenommen hat, Experimentierräume zuzulassen, die von den starren Tageshöchstarbeitszeiten abweichen können, wenn Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen dies vorsehen. Was noch fehlt, ist der große, mutige Schritt hin zu einer flexibel gestaltbaren Arbeitszeit. In die richtige Richtung weisen bereits die geplante klare Abgrenzung des Homeoffice als Form der mobilen Arbeit von der Telearbeit sowie die Ermöglichung grenzüberschreitender mobiler Arbeit. Der Abbau hoher Hürden sollte weitergehen.

  • Private Altersvorsorge

    Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge (Altersvorsorgereformgesetz) wurde zum Jahresende 2025 auf den Weg gebracht. Mehr Flexibilität und eine stärkere Kapitalmarktorientierung sollen die Attraktivität und Verbreitung der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge erhöhen. Dass die Politik stärker auf kapitalgedeckte Elemente setzt, ist eine notwendige Antwort auf den rapiden demografischen Wandel. Viele Länder sind diesen Weg bereits vor über 20 Jahren gegangen. 

    Die Versicherungswirtschaft begrüßt den Gesetzentwurf ausdrücklich und unterstützt die Reform. Eine einfachere Förderung, mehr Teilhabe am Kapitalmarkt und nachhaltige Sicherheit werden die Verbreitung der privaten Altersvorsorge nach vorne bringen. Wichtig für den Erfolg der Reform ist, dass genau auf die Kundinnen und Kunden geschaut wird. Faire Wettbewerbsbedingungen für alle Anbietergruppen schaffen Vergleichbarkeit der Produkte, ihrer Qualität und Kosten sowie der Beratung. Zusatzkosten beim Vertragswechsel sollten vermieden werden. 
     

  • Solvency II

    Solvency II definiert den Rahmen für das System der Versicherungsaufsicht in Europa. Die Überprüfung wurde mit der Veröffentlichung der Änderungsrichtlinie im Januar 2025 abgeschlossen. Die Anwendung der neuen Regeln beginnt am 30. Januar 2027. Bis dahin müssen die Änderungen in nationales Recht umgesetzt werden. Der Verband plädiert dafür, dass die Bundesregierung dabei auf eine schlanke Umsetzung der Änderungen achtet und Ermessensspielräume nutzt, um unnötige bürokratische Aufwände zu vermeiden und faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Versicherer in Europa sicherzustellen.

    Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen und die Aufwände der Unternehmen zur Umsetzung von Solvency II hängen von den technischen Änderungen der Delegierten Verordnung ab. Diese dürfen die Zielsetzungen der Richtlinie nicht konterkarieren. Insbesondere sollten die Maßnahmen für langfristige Garantien gestärkt werden.

    Außerdem soll der neue Rahmen für kleinere Versicherer möglichst praxistauglich ausgestaltet werden. Kleine, nicht-komplexe Versicherer (SNCU) sollen unbürokratisch Zugang zu proportionalen Erleichterungen erhalten. Einzelne Erleichterungen für Unternehmen, die nicht in den Anwendungsbereich für SNCU fallen, sollten nicht übermäßig komplex sein.

    Weitere Informationen finden Sie hier: 

Publikationen

Unsere GDV-Publikationen geben einen noch detaillierteren Einblick in thematisch relevante Inhalte.

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