Kolumne
Kolumne Behut­sam zurück ins Büro

Start in die neue Nor­ma­li­tät mit dem Corona-Virus

Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wird mit Augenmaß wieder hochgefahren, damit die Konjunktur anspringen kann. Für ein Fazit ist es zu früh, aber so viel lässt sich sagen: Eine Rückkehr in die alte Welt wird es in absehbarer Zeit nicht geben.

Nicht zuletzt aufgrund des entschlossenen Handelns der Bundesregierung und den damit verbundenen außergewöhnlichen Maßnahmen hat Deutschland die Herausforderungen der Corona-Krise bisher gut gemeistert. Jetzt kommt es darauf an, das Leben mit Augenmaß wieder zu starten, damit ab der zweiten Jahreshälfte eine wirtschaftliche Erholung möglich wird.

Unsere Branche funktioniert: Rechenzentren laufen, Zahlungsströme fließen, Vorgänge werden im Homeoffice bearbeitet, Call-Center geben Auskunft

Was heißt das für unsere rund 460 Mitgliedsunternehmen? Sie alle üben sich in einem anspruchsvollen Dreikampf:

  • Wir schützen unsere Beschäftigten: Binnen kürzester Zeit hat unsere Branche bei konstanter Produktivität den Vor-Ort-Betrieb auf einen nahezu flächendeckenden Remote-Betrieb umgestellt. Ein großer Anteil der Belegschaften arbeitet seit Ende März im Home-Office.
  • Bei den Schlüsselfunktionen, für die eine Präsenz im Unternehmen unabdingbar ist, tragen wir – zweitens – mit allen erforderlichen organisatorischen Maßnahmen dazu bei, das Risiko von Infektionen zu minimieren.
  • Und schließlich drittens, unsere Branche funktioniert: Rechenzentren laufen, Zahlungsströme fließen, Vorgänge werden im Homeoffice bearbeitet, Call-Center geben Auskunft.

Dass diese notwendigen Veränderungen in kürzester Zeit umgesetzt werden konnten, hat auch damit zu tun, dass Management, Belegschaften und Betriebsräte Hand in Hand gearbeitet haben – eine sehr erfreuliche und dankenswerte Leistung!

Bei alle dem hat die Gesundheit der Mitarbeiter höchste Priorität: umfassende Hygienekonzepte sind umgesetzt (Abstandsregeln, Maskenpflicht in frei zugänglichen Bereichen, Vorgaben zur Nutzung von Aufzügen, Service-Bereichen, Desinfektion der Arbeitsplätze usw.). Ich gehe davon aus, dass wir einen neuen Normalzustand erreichen werden, der sich auch langfristig von der Vor-Krisen-Situation unterscheiden wird: Corona hat eine noch im vergangenen Jahr diskutierte Zukunft der Arbeit vorweggenommen und sie innerhalb weniger Wochen zur neuen Realität gemacht – zur neuen Normalität.

  • Versicherer haben innerhalb weniger Wochen einen deutlichen Digitalisierungsschub erfahren, deren Vorteile sie nutzen werden: Arbeit wird dezentraler und digitaler organisiert werden. Sicherlich werden deshalb auch Bürokapazitäten vermindert werden können.
  • Die Mitarbeiterführung steht vor neuen Herausforderungen. Aber nicht nur Führungsfragen werden aufgeworfen, auch psychische  und soziale Fragen sind in den Blick zu nehmen, etwa wenn Mitarbeitern im Homeoffice auf engem Raum keine Trennung zwischen Arbeitsplatz und privatem Umfeld gelingt.

All dies wird uns in den kommenden Monaten wenn nicht Jahren beschäftigen. Jetzt richtet sich unser Blick aber erst einmal auf die Konjunktur, die wieder anspringen muss. Der Koalitionsausschuss hat dazu Vorschläge vorgelegt. Ob diese zielführend und hinreichend sind, werden wir analysieren und diskutieren.

Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich auf!

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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