Das Fahrrad verdanken wir einem Vulkanausbruch in Indonesien. Dort speit der Tambora so gewaltige Aschewolken in die Stratosphäre, dass das Wetter weltweit verrücktspielt. In Deutschland kommt es „im Jahr ohne Sommer“ zu Ernteausfällen und Hungersnöten. Als Pferde knapp werden, weil sie entweder krepieren oder auf dem Teller landen, stellt Karl Freiherr von Drais 1817, vor genau 200 Jahren also, eine geniale Idee vor: eine Laufmaschine, um Pferde zu ersetzen. Vom Tempo her überzeugt die „Draisine“: Für 15 Kilometer von Mannheim gen Schwetzingen braucht sie eine Stunde – weniger als die Postkutsche! Eine der wenigen erhaltenen Original-Draisinen steht in Ludwigsburg, in der Sammlung von Dirk Zedler. Der Geschäftsführer der GdFS (Gesellschaft der Fahrrad-Sachverständigen) schätzt den Wert des Gefährts aus den 1820er-Jahren auf 35.000 Euro. Seine Sammlung historischer Räder ist bestens geschützt – und versichert: Im Schadensfall zahlt die Versicherung bis zu 300.000 Euro.

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