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Um den Glo­bus

Ver­si­chern in Spa­nien

Der Weg zu einem Hypothekendarlehen führt in Spanien oft über den Abschluss einer Hausrats- oder Risikolebensversicherung. Ungewöhnlich sind auch die Regelungen für den Bau und Kauf von Ferienimmobilien in dem südeuropäischen Land.

Ferienhausversicherung

Spaniens boomender Tourismussektor macht Ferienimmobilien zu einem beliebten Investment, auch bei deutschen Anlegern. Wer sich eine Wohnung oder ein Haus zulegt, sollte sich natürlich gegen mögliche Schäden absichern. Olaf Bergann vom Versicherungsmakler KVS zufolge kostet eine Gebäudeversicherung für ein 100 Quadratmeter großes Ferienhaus beispielsweise 315 Euro jährlich. Die Besonderheit in Spanien: 0,07 Promille des Jahresbeitrags fließen in den staatlichen Immobilienfonds Consorcio. Er deckt Schäden durch Naturkatastrophen, Terrorismus oder politische Unruhen ab.

Private Krankenversicherung

Wer in Spanien lebt, hat wie in Deutschland automatisch Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung. Deren Leistungen wurden jedoch zuletzt zurückgefahren. Überdies warten gesetzlich Versicherte zum Teil erheblich länger auf Arzttermine. Mehr und mehr Firmen zahlten ihren Angestellten deshalb die Prämie für eine private Krankenversicherung, sagt Oliver Passolt vom Versicherungsmakler IberAssekuranz. Kostenpunkt: gut 500 Euro pro Person und Jahr. Die Versicherung lässt sich auf die Familie erweitern und von der Lohnsteuer absetzen.

Versicherungsvertrieb

Mit 1337 Euro pro Kopf und Jahr geben die Spanier vergleichsweise wenig für Versicherungen aus, wenn auch mit steigender Tendenz. Besonders stark wächst dabei der Anteil der von Banken vertriebenen Policen. Denn sie koppeln Hypothekenkredite oft an Haushalts- oder Risikolebensversicherungen. Nur wenn der Kunde das gesamte Paket nimmt, erhält er die besten Kreditzinsen. Das Modell hat allerdings den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Er will den stark expandierenden Versicherungsvertrieb über Banken einschränken.

Bauschadenversicherung

Seit 2010 benötigt jeder, der in Spanien ein Wohnhaus baut, die sogenannte Seguro decenal. Nur wenn der Bauherr diese Pflichtversicherung vorweisen kann, wird sein Neubau ins Grundbuch eingetragen – und nur dann erhält er auch eine Finanzierung. Die Versicherung springt ein, falls während der zehnjährigen Haftungsdauer Bauschäden an Neubauten auftreten. Sie ist übertragbar, geht also beim Verkauf einer Immobilie an den neuen Eigentümer über. Die Versicherung tritt zudem unmittelbar in den Schaden ein und nimmt je nach Ursache den Bauunternehmer oder Architekten in Regress.

Text: Martin Scheele
Illustration: Michael Stach


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