Den tollsten Ungeheuern fliegt unsere Sympathie zu. Das war bei King Kong so, als er aufs Empire State Building kletterte. Und bei Godzilla, seit er die Menschheit gegen fiese Monster schützt. Tyrannosaurus Rex hat länger gebraucht. Vielleicht weil er kein ausgedachtes Kino-Ungeheuer ist, sondern ein zwölf Meter langer Saurier, der vor 66 Millionen Jahren höchst real durch die Kreidezeit stampfte und mit scharfen Zähnen andere Tiere zermalmte. Es war allerdings im Kino, wo wir liebenswerte Seiten des T-Rex kennenlernten: Seit „Ice Age“ gehören auch ihm unsere Sympathien. Diese Zuneigung wird jetzt im Berliner Naturkundemuseum auf die Probe gestellt, wenn T-Rex Tristan seine Zähne bleckt. Gruselig. Und vor allem: echt. Für eine Versicherungssumme von acht Millionen Euro bleibt Tristan drei Jahre – nicht nur zum Gucken. Forscher wollen anhand des hervorragend erhaltenen Skeletts mehr über den T-Rex erfahren. Etwa, ob er ein gnadenloser Jäger war – oder eher ein Aasfresser. Was ihn doch wieder ein bisschen sympathischer machen würde.

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