Seit seiner Kindheit ist Martin Knops begeisterter Segelflieger. Mit dem Kauf seiner neuen Maschine erfüllte er sich einen lang gehegten Traum – der ihn zunächst vor sehr irdische Probleme stellte.

Martin Knops träumte vom Fliegen, seit er zehn war. „Ich ging mit meinem Vater am örtlichen Flugplatz vorbei“, erinnert sich der 48-Jährige. „Wir waren beide sofort Feuer und Flamme.“ Vier Jahre später nahm er die erste Flugstunde und bald an ersten Wettbewerben teil. Heute gibt er selbst Flugstunden für den Nachwuchs. 

2010 kaufte sich der Aachener sein erstes eigenes Segelflugzeug – eine LS6 vom hessischen Flugzeugbauer Rollladen Schneider. „Traumhaftes Handling und gute Flugleistungen“, lobt Knops noch heute die Vorzüge des Seglers. Dass es ein Modell ohne Motor war, hat den studierten Maschinenbauer nie gestört: „Ich sah mich als puristischen Segelflieger, der auch ohne Heimkehrhilfe große Strecken fliegt.“ 

Doch über die Jahre wuchs in ihm der Wunsch, „fliegerisch noch mal einen richtigen Schritt zu machen“, wie er es nennt. Monatelang suchte der Ingenieur nach dem passenden Modell, recherchierte und wälzte Bücher. Im Herbst 2020 entschied er sich schließlich für eine Jonker JS1 Revelation – „ein Traum“, schwärmt Knops.

Nur acht Stunden Zeit

Die Sache hatte nur einen Haken: Das gebrauchte Exemplar, das er über eine Anzeige im Internet entdeckt hatte, stand dummerweise in Tschechien, das gerade zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt worden war. Acht Stunden Durchreise waren aber erlaubt, auch ohne anschließend in Quarantäne zu müssen. Also setzte sich Knops ins Auto und fuhr zu einem kleinen Flugplatz im Böhmerwald, wo er sich mit dem Verkäufer traf und die Maschine begutachtete. 

Sie war top in Schuss, 2017 war sie sogar auf der Segelflug-WM im australischen Benalla gestartet. Und: Sie verfügte über einen Jet-Antrieb, der ein autonomes Starten ermöglicht. Für einen Testflug hingegen blieb wegen der Corona-Beschränkungen keine Zeit. Also koppelte sich Knops den Flieger mithilfe eines Anhängers ans Auto und chauffierte das Fluggerät über die Autobahn schnellstmöglich in die Heimat.

Risiko des Totalschadens abdecken

Seine Ehefrau sei zunächst nur mäßig begeistert gewesen, berichtet der Pilot. 181.000 Euro für ein Hobby auszugeben, fand sie zu viel. Doch als ihr Vater seinem Schwiegersohn zur Seite sprang, willigte sie schließlich ein. „Der fand die Aussicht, demnächst selbst eine JS1 fliegen zu können, super“, lacht Knops. 

Versichert ist der Traum vom Fliegen natürlich auch, schließlich kommt es auch bei größter Vorsicht immer mal wieder zu Landungen außerhalb des Flugplatzes – und da können schnell Kratzer und Beulen entstehen. Bei 170.000 Euro Versicherungssumme wäre sogar ein Totalschaden fast vollständig abgedeckt. Und schließlich sein ein Segelflugzeug ja auch eine gute Geldanlage, sagt Knops, der auch beruflich mit Wind zu tun hat – zumindest indirekt: Er ist Technischer Vorstand bei ZF Wind Power in Antwerpen. Das Unternehmen baut Getriebe für Windkraftanlagen.

Text: Celine Schäfer


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