Positionen-Magazin
Nur mal kurz die Welt ret­ten

Links­ab­bie­ge­am­pel

Das mit den Ampeln ist mitunter so eine Sache: Sie sorgen auf viel befahrenen Straßen für mehr Sicherheit – dann passieren aber Unfälle, ausgerechnet weil sich einzelne Verkehrsteilnehmer zu sicher fühlen.

Das gilt besonders für Linksabbieger, egal ob sie auf zwei oder vier Rädern unterwegs sind. Das haben Deutschlands Versicherer früh erkannt: Sie dringen seit Jahrzehnten gemeinsam mit Experten aus anderen Verbänden und den Behörden darauf, Lichtsignalanlagen, wie Ampeln im Behördendeutsch heißen, an Knotenpunkten mit getrennt geschalteten Linksabbiegespuren auszustatten. Wie stark das Engagement der Versicherer zum Neu- und Umbau von Ampelanlagen geführt hat, lasse sich zwar bundesweit nicht quantifizieren, sagt Jörg Ortlepp, der bei der Unfallforschung der Versicherer (UDV) den Bereich Verkehrsinfrastruktur leitet. In einzelnen Kommunen hingegen schon: So installierte die Stadt Nürnberg auf einer unfallträchtigen Kreuzung Linksabbiegeampeln – und konnte binnen eines Jahres die Zahl der Unfallverletzten dort von 19 auf zwei reduzieren. In der westfälischen Universitätsstadt Münster begleitete die UDV den Umbau der Straßeninfrastruktur durch mehrere Studien. Sechs Kreuzungen wurden schließlich mit Linksabbiegeampeln ausgestattet. Zusammen mit anderen Umbauten sorgte dies für einen deutlichen Rückgang insbesondere schwerer Unfälle in der Innenstadt.

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