Positionen-Magazin
Nur mal kurz die Welt ret­ten

Feh­ler­strom-Schutz­schal­ter

Man kennt das aus alten Filmen: Da liegt jemand in der Badewanne und hält es für clever, sich dort schon die Haare zu trocknen, und – bumm – tot: Stromschlag!

In Wirklichkeit kommt so etwas kaum vor, denn es gibt es ja den Fehlerstromschutzschalter. Eingebaut in  den Sicherungskasten, misst er den elektrischen Strom, der ins Wohnungsnetz fließt – und ob vom fließenden Strom etwas fehlt. Dieser Fehlerstrom zeigt an, ob es ein „elektrisches Leck“ gibt. Sobald dieses zu groß wird, schaltet der Schutzschalter den Strom ab. Sofort. Seit Jahrzehnten. Dennoch haben die Versicherer nicht lockergelassen: Die Schalter verhinderten zwar zuverlässig den Tod durch Stromschlag, weniger gut aber Brände bei Elektrogeräten. 

„Schon in den 1960er-Jahren haben wir im Labor festgestellt, dass leicht entzündliche Materialien schon bei geringen Fehlerströmen anfangen, zu brennen“, sagt Karsten Callondann von der GDV-Tochter VdS Schadenverhütung. Zuletzt zeigte sich 2004, dass Waschmaschinenmotoren durch Fehlerströme in Brand geraten können, ohne dass die Schutzschalter reagierten. Sie waren nicht für Fehlerströme ausgelegt, deren Frequenz ein Vielfaches über der des Stromnetzes liegt. Fünf Jahre später war die neue Norm fertig, die den Schutzschalter noch besser gemacht und so wohl weitere Menschenleben gerettet und Sachschäden verhindert hat.

Text: Thomas Wendel

Auch inter­essant