Er misst nur 37 Zentimeter, hat nicht mal einen Namen, und eine echte Schönheit ist er auch nicht, wenn man ehrlich ist. Und doch löst kein anderer Pokal solche Emotionen aus wie der, um den bei der Fußball-WM gekickt wird. In dem Moment, in dem die Siegerelf die Trophäe in die Höhe stemmt, ist der halbe Erdball zum Jubelschrei vereint – und die andere Hälfte taucht in ein Meer aus Tränen. Klar, dass für einen solchen Pokal nur edelste Materialien infrage kommen: Er besteht aus 4900 Gramm 18-karätigem Gold. Den Sockel zieren zwei rasengrüne Halbedelstein-Kränze aus Malachit. Der Wert des Pokals lässt sich aber natürlich nicht am Goldkurs bemessen. Und so sind die 230.000 US-Dollar, mit denen er versichert ist, auch eher symbolisch. Die Summe würde fällig, falls der Pokal gestohlen wird, während der WM oder auf der Werbetour, für die der Getränkeriese Coca-Cola ihn vom Weltfußballverband Fifa ausgeliehen hatte. Beim Vorgänger der aktuellen Trophäe ist das tatsächlich passiert: Die Coupe Jules Rimet (damals trugen Pokale noch Namen!) verschwand gleich zweimal – nach dem ersten Diebstahl tauchte sie wieder auf, beim zweiten wurde sie von den Dieben eingeschmolzen. Dem Nachfolger, der seit 1974 verliehen wird, blieb das zur Freude der Fans erspart.

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