Kolumne
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Gute Tage in schwie­ri­ger Zeit

Der GDV begrüßt ein neues Mitglied der Geschäftsführung - mit ziemlich verwaisten Räumen und Mitarbeitern im Homeoffice. Auch Antrittsbesuche müssen nun virtuell erledigt werden.

„Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ Das hat bekanntlich Friedrich Hölderlin gedichtet, dessen 250. Geburtstag wir in diesem außerordentlichen Jahr neben so manchem anderen Geburtstag feiern dürfen. Der Vers ist ein guter Beginn auch für einen anderen guten Beginn: Ich habe gestern Jörg Asmussen als neues Mitglied der Geschäftsführung im GDV begrüßt und natürlich auch in Ihrem Namen und im Auftrag des ganzen Gesamtverbands herzlich willkommen geheißen. Er soll ab  1. Oktober 2020 dann mein Nachfolger sein.

Ein Willkommen in Corona-Zeiten ist ziemlich außerordentlich. Ich habe Jörg Asmussen, natürlich immer im gehörigen Respektabstand von zwei Metern, mehr oder weniger gänzlich verwaiste Räume zeigen müssen. Sicher, da sieht man auf einmal viel und auch andere Dinge. Aber derart funktionslose Räume wie ein ganzer Newsroom ohne Menschen? Unschön.

 Ein paar Distanz-Kontakte waren aber doch möglich, zunächst der Dreh des Begrüßungsvideos, dann erste virtuelle und tatsächliche Kennenlerngespräche, ein langer und intensiver Meinungsaustausch mit der Geschäftsführung und dann Mengen an gegenseitigen Informationsaustauschs. Der wird auch die kommenden Wochen unser Miteinander bestimmen, es gilt, mit- und voneinander zu lernen. Für uns alle.

Das wird in Corona-Zeiten ein ziemlich aufwendiger, mitunter komplizierter Lernprozess. Aber wir sind gewappnet. Wie geradezu elegant wir den mehr oder weniger kompletten Umzug geschafft haben? Chapeau! Dies gilt übrigens auch für ganz viele unserer Mitgliedsunternehmen, die diesen Umzug ins Homeoffice in deutlich größeren Dimensionen ebenfalls fast geräuschlos vollzogen haben. Versicherer können keine Digitalisierung? Wir beweisen das Gegenteil.

Eines ist aber auch klar. Homeoffice unter Volldampf ist extrem anstrengend. Das gilt genauso für die derzeitigen Begrüßungsprozeduren. Wir müssen die Antrittsbesuche jetzt virtuell erledigen, alle Reisen abgesagt, fast alle Termine aufs Telefon oder den Bildschirm verlagert. Wie soll man da den Faktor Mensch zum Tragen bringen? 

 ​​​​​​​Ich habe nur ein paar kurze Hinweise, dann soll es gut sein für heute: Haben Sie deshalb Geduld mit ihren Kollegen, zeigen Sie noch ein wenig mehr Empathie als gewöhnlich. An alle Führungskräfte geht der Ratschlag: In der Krise ist ein Danke oft mehr wert als viele kluge Gedanken. Und ein Scherz kann die beste Telko noch ein wenig besser und vor allem ein wenig entspannter machen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Jörg Asmussen gute Tage in schwieriger Zeit.


Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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