Kolumne
Kolumne Allens­bach-Umfrage

Gene­ra­tion Mitte zwi­schen Ost und West

Während noch die Wahlen in Brandenburg und Sachsen analysiert werden, bereiten sich die Parteien schon auf die nächste in Thüringen vor. Bislang zeigen die Ergebnisse die mehr oder weniger erwartete Machtverschiebung. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wirft das Fragen auf. Neue Argumente für die Interpretation liefert der GDV in der kommenden Woche.

Dieser Wahl-Sonntag hat vollends klar gemacht: Die deutsche Parteien-Landschaft ist im Umbruch – nicht nur in den ostdeutschen Ländern. Eine Analyse ist komplex und muss eingeordnet werden in die Bilanz der Wiedervereinigung vor dreißig Jahren: Ist zusammengewachsen, was zusammengehöhrt? Wie stark haben sich die Menschen in Ost und West materiell angenähert – und wie hoch ist die berühmte „Mauer in den Köpfen“ heute noch? Zumal frühere Unterschiede, etwa in Bezug auf die Lebenserwartung zwischen den Einwohnern der neuen und alten Bundesländer, mittlerweile fast verschwunden sind.

Neue Argumente liefern die Ergebnisse unserer diesjährigen Umfrage zur Stimmungslage der Generation Mitte, mit der wir alljährlich den Leistungsträgern unserer Gesellschaft im Alter zwischen 30 bis 59 Jahren den Puls fühlen. Bereits zum siebten Mal hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des GDV diese Generation Mitte befragt. Im Fokus der diesjährigen Umfrage, deren Ergebnis wir am 12. September in Berlin vorstellen: Wird unsere Gesellschaft im Umgang miteinander gereizter? Nimmt die Toleranz gegenüber Andersdenkenden ab?

Die allgemeine Lebenszufriedenheit ist im Osten leicht höher als im Westen

Angesichts der Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg möchte ich Ihnen ein Resultat der Allensbach-Studie schon heute mitteilen: Befragte aus Ostdeutschland beurteilen ihre finanzielle Situation und Perspektive keineswegs schlechter als westdeutsche Befragte, tendenziell sogar besser. Auch die allgemeine Lebenszufriedenheit ist im Osten leicht höher als im Westen. Aber: Die Bewertung des gesellschaftlichen Klimas fällt bei den ostdeutschen Befragten deutlich kritischer aus. Ostdeutsche der Generation Mitte empfinden ihre regionale Herkunft wesentlich stärker als Unterscheidungsmerkmal in der deutschen Gesellschaft als Westdeutsche.

Wie schätzt die Generation Mitte ihre finanziellen Perspektiven im Alter ein?

Daneben wollten wir in diesem Jahr unter anderem wissen, wie zukunftsfähig die 30- bis 59-Jährigen die deutsche Wirtschaft einschätzen. Wie fit ist Deutschland aus Sicht der Generation Mitte mit Blick auf Digitalisierung, Fachkräftemangel und zunehmende Handelsbeschränkungen? Und natürlich: Wie schätzt die Generation Mitte ihre finanziellen Perspektiven im Alter ein?

Viel Stoff also für Debatte und Diskurs: Wir freuen uns darauf, Ihnen am 12. September die vollständige Erhebung zur „Generation Mitte“ mit weiteren Erkenntnissen vorstellen zu können. Über 70 Prozent aller Erwerbstätigen gehören dieser Altersgruppe an. Gemeinsam erwirtschaften sie über 80 Prozent der zu versteuernden Einkommen. Sozial, gesellschaftlich und politisch spielt die Generation Mitte eine entscheidende Rolle.

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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