Kolumne
Kolumne Posi­tio­nen 2020

Aus der Gegen­wart die Zukunft gestal­ten

Buschfeuer, Brexit, Coronavirus: Der Januar war herausfordernd wie ein ganzes Jahr – und für uns Versicherer ein Fingerzeig. Selten waren klare Positionen so wichtig wie heute.

January was a tough year but we made it – dieser Sinnspruch, auf den ich kürzlich durch Zufall  aufmerksam wurde, bringt es auf den Punkt. Vor wenigen Tagen hat Großbritannien die EU verlassen; in Australien geben uns die riesigen Buschfeuer einen Vorgeschmack auf den Klimawandel und seine Folgen; der Coronavirus verdeutlicht einmal mehr, wie anfällig global vernetzte Systeme sind. 

Die Liste an Ereignissen, die zu Jahresbeginn unsere Welt geprägt haben, ließe sich beinahe beliebig fortsetzen: Ein Januar, herausfordernd wie ein ganzes Jahr.

     

Als Versicherer stehen wir zum einen vor der Aufgabe, uns mit diesen Herausforderungen auseinanderzusetzen und – wo wir können – aktiv zu werden. Zum anderen wollen wir Impulsgeber unserer Gesellschaft bleiben – und müssen deshalb Wege finden, unsere Ideen und Lösungen in einer lauter gewordenen Welt durchdringen zu lassen.

Welchen Beitrag können wir leisten zu sozialen, ökologi­schen und ökonomischen Fragen der Zukunft? Von der Qualität unserer Antworten wird abhängen, ob wir als Bran­che bei der Gestaltung der Zukunft eine tragende Rolle spielen.

Sieben Themen, sieben Thesen

In diesem Spannungsfeld haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die Positionen der deutschen Versicherer neu und noch klarer präsentieren. Sagen, was wichtig ist, die richtigen Herausforderungen in den Fokus nehmen und nicht in den komplexen Details des Versicherungs­alphabets verlieren. Sieben Themen haben wir identifiziert und zeigen in je sieben Thesen die unserer Ansicht nach richtigen Lösungswege auf.

Lassen Sie mich beispielhaft drei Komplexe herausheben, auf die es in Zukunft ankommt:

  • Gut Wetter machen reicht nicht aus. Versicherer kön­nen als ins­titutionelle Investoren einen wichtigen Beitrag zum Klima­schutz leisten – und sind ideale Partner für die Energiewende. So kann der Umbau der Wirtschaft zu einer kli­maneutralen, nachhaltigen Ökonomie gelingen.
  • Altersvorsorge muss nachhaltig und generationengerech­t sein. Nach prall gefüllten Rentenpaketen in der gesetzli­chen Rentenversicherung, nach der Reform der betrieblichen Altersversorgung braucht jetzt die dritte Säule einen starken Impuls: In der Riester-Rente können wir auf Kosten und Komplexität getrost verzichten, damit die ge­förderte Altersvorsorge in der Breite gewinnt.
  • Regulierung ist sinnvoll – und darf nicht lähmen. Sonst wird aus gesellschaft­lichem Fortschritt ein Stillstand. Und den können wir uns nicht leisten – gerade in einer Zeit, in der die Wucht der Digitalisierung quer durch die Gesell­schaft für alle spürbar wird.

Übrigens: Abgesehen von der gesellschaftlichen Verantwortung liegt es nicht zuletzt im ureigenen Interesse der Branche, optimale Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu finden. Versicherer sind mehr als andere Wirtschaftszweige von der Digitalisierung betroffen: Das Kundenverhalten ändert sich massiv. Die Beschäftigten erwarten ein modernes Arbeitsumfeld, in dem sie Arbeit, Familie und Freizeit besser in Einklang bringen können. Und bei Absolventinnen und Berufsanfängern müssen wir als attraktiver Arbeitgeber punkten, um im War for Talents zu bestehen. Den Wandel als Chance zu begreifen, wird so zur täglichen Maxime.

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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