Kfz-Ver­si­che­rung

Mit dem Auto zur EM nach Frank­reich

In der Vorrunde spielt die deutsche Nationalmannschaft in Paris und Lille. Beide Städte sind mit dem Auto recht gut zu erreichen. Wie Fußball-Fans auf dem Weg zur Europameisterschaft versichert sind und was sie bei Pannen und Unfällen wissen sollten, haben wir hier zusammengefasst.

Fußball-Fans, die mit dem Auto zur Europameisterschaft fahren, sind bei Unfällen durch die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung geschützt. Sie greift in ganz Europa. Dasselbe gilt für die Kaskoversicherungen: Teil- und Vollkasko ersetzen die Schäden am eigenen Wagen, auch wenn diese im europäischen Ausland entstanden sind. Darüber hinaus leistet die Vollkaskoversicherung auch, wenn man innerhalb Europas schuldlos in einen Unfall verwickelt wurde.

Europäischer Unfallbericht sollte auch bei der EM nicht fehlen

Nach einem Unfall müssen sich die Beteiligten verständigen können – im Ausland kein leichtes Unterfangen. Deshalb sollte der europäische Unfallbericht in keinem Handschuhfach fehlen. Das Formular erleichtert die Aufnahme des Unfallschadens auch über Sprachbarrieren hinweg. Die Beteiligten können den Unfallbericht jeweils in ihrer Muttersprache gemeinsam ausfüllen. Der Vorteil für Autofahrer und Versicherer: Die Regulierung des Schadens wird dadurch erleichtert.

Autofahrer erhalten den europäischen Unfallbericht von ihrem Kfz-Versicherer. Eine andere Möglichkeit ist, den Unfallbericht bei der GDV Dienstleistungs-GmbH , einem Tochterunternehmen des GDV, kostenlos zu bestellen.

Ist der Unfallgegner überhaupt versichert?

Nach einem Unfall auf französischen Straßen brauchen Autofahrer die Kontaktdaten der gegnerischen Versicherung, damit der Schaden ersetzt werden kann. Wer die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners ausfindig machen möchte, kann sich dafür an den Zentralruf der Autoversicherer wenden. Die meisten Anfragen kann der Zentralruf innerhalb weniger Minuten beantworten. Hier bekommen die Unfallbeteiligten Informationen zur ausländischen Versicherung sowie der zuständigen Schadenregulierungsstelle in Deutschland.

Folgende Daten sollte man parat haben, damit die Anfrage schnell bearbeitet werden kann:

  • Kennzeichen des Unfallgegners

  • Herkunftsland des Unfallgegners

  • Tag des Unfalls

  • das Land, in dem der Unfall passierte

Pannenhilfe: Autoschutzbrief hilft auch in Frankreich weiter

Auf dem Weg ins Finale möchte niemand auf halber Strecke liegen bleiben. Passiert das dennoch, hilft in dieser Notsituation ein Autoschutzbrief. Autofahrer mit einer Panne können über den Schutzbriefversicherer schnell und einfach Hilfe organisieren – gerade auch im Ausland. Dafür haben die deutschen Kraftfahrtversicherer ein Netzwerk von etwa 7.000 Abschleppunternehmen in ganz Europa aufgebaut.

Auch in anderen Notfällen hilft der Schutzbrief weiter, zum Beispiel wenn man im Ausland schwerer erkranken sollte. In diesem Fall organisiert und bezahlt der Schutzbriefversicherer den Rücktransport in die Heimat.

Der Autoschutzbrief ist ein Zusatzbaustein zur Kfz-Versicherung, der ausdrücklich im Vertrag mit abgeschlossen wird. Er wird üblicherweise für das jeweilige Fahrzeug abgeschlossen und ist daher fahrerunabhängig. Die wichtigsten Leistungen eines Autoschutzbriefes sind die Pannen- und Unfallhilfe vor Ort, der Weiter- und Rückfahrservice sowie die Bereitstellung eines Mietwagens. In der Regel gibt es den Autoschutzbrief bereits für einen unteren zweistelligen Eurobetrag pro Jahr. Der Preis hängt unter anderem von der Art des Autos ab und unterscheidet sich je nach Kfz-Versicherer.

Warum ein Auslandsschadenschutz sinnvoll ist

Im Ausland gelten andere Regeln: Das betrifft nicht nur die Straßenverkehrsordnung, sondern auch den Versicherungsschutz. Deckungssummen sind in anderen Staaten häufig niedriger als in Deutschland, Haftungsregeln können abweichen und manche Autos können sogar verbotenerweise ohne Kfz-Versicherung unterwegs sein.

Wer unverschuldet in einen Unfall im Ausland verwickelt wird, kann deshalb unter Umständen finanziell schlechter gestellt sein, als wenn der Unfall in Deutschland passiert wäre. Hier kommt der Auslandsschadenschutz ins Spiel: Der Zusatzbaustein zur Kfz-Haftpflichtversicherung gleicht diese Deckungslücke aus. Das Unfallopfer wird dadurch so entschädigt, als wäre der Unfallgegner in Deutschland haftpflichtversichert gewesen. Die Betroffenen bekommen den Personen- und den Sachschaden ersetzt.

Gut zu wissen: Nehmen Autofahrer den Auslandsschadenschutz in Anspruch, wird der Schadenfreiheitsrabatt nicht angetastet.

Die Vorteile auf einen Blick:

  1. Betroffene reden mit ihrem deutschen Versicherer und müssen sich nicht mit einem französischen verständigen.

  2. Geringere Deckungssummen werden ausgeglichen, Autofahrer bleiben so nicht auf ihrem Schaden sitzen.

  3. Autofahrer haben mit dem Auslandsschadenschutz alle Ansprüche, die ihnen nach deutschem Recht zustehen (zum Beispiel bei Schmerzensgeld oder Mietwagen-Ersatz).

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