Europa
EZB-Ent­schei­dung

"Zins­sen­kun­gen haben bis­lang keine posi­ti­ven Wirt­schaft­sim­pulse gebracht"

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihre Zinspolitik im großen Stile fort. Völlig unerwartet senkte die Notenbank den Leitzins auf das neue Rekordtief von 0,05 Prozent. Das gab die EZB heute in Frankfurt bekannt. Ein Schritt in die vollkommen falsche Richtung, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sowohl für Sparer als auch für die Wirtschaft.

„Dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen auf 0,05 Prozent senkt, ist ein falsches Signal an alle Sparer“, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. „Dass Zinssenkungen nahe dem Nullpunkt keine positiven Wirtschaftsimpulse bringen, haben bereits die letzten Zinsschritte der EZB gezeigt. Weder kann eine weitere Leitzinssenkung die Kreditvergabe ankurbeln, noch ist sie angesichts der niedrigen Preissteigerungsraten angebracht. Diese sind Folge der – gewünschten – Anpassungsprozesse im Euroraum. Statt mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen das Niedrigzinsumfeld zu verfestigen, müssen weitere und nachhaltige strukturelle Reformen in den Fokus rücken.“

Im Wettbewerb mit institutionellen Investoren

Erdland kritisiert auch die von EZB-Präsident Mario Draghi vorgestellten Pläne, den Banken ab Oktober Kreditverbriefungen und Pfandbriefe abzukaufen. Die Institute sollen dadurch den Rücken frei haben, um mehr Kredite an Unternehmen vor allem in Südeuropa zu vergeben. „In dem Moment, wo die EZB Pfandbriefe aufkauft, tritt sie in direkten Wettbewerb mit institutionellen Investoren wie Versicherern. Damit würden die Renditen zusätzlich unter Druck gesetzt, das hätte negative Folgen für die Altersvorsorgesparer.“

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