Volkswirtschaft & Finanzmärkte
Makro & Märkte kom­pakt Nr. 38

Sta­bile Kräf­te­ver­hält­nisse unter deut­schen Ver­si­che­rern trotz Corona

Durch die Pandemie hat sich die Dynamik in der Branche zwar erhöht - Anzeichen für disruptive Veränderungen gibt es derzeit aber nicht.

Die Anbieterlandschaft in der deutschen Versicherungsbranche bleibt weitgehend stabil. Die etablierten Versicherer dominieren weiterhin den Markt. Neuartige Anbieter wie die InsurTech-Startups mit Versichererlizenz geben zwar wichtige Impulse für Wettbewerb und Innovation. Sie unterliegen im Aufbau ihres Geschäfts jedoch auch den Beharrungskräften des Versicherungsgeschäfts. Umbrüche in der Marktstruktur haben sich seit der letzten umfassenden Marktuntersuchung 2018 nicht ergeben.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Veränderungsdynamik zwar erhöht. Auch weiterhin scheint jedoch eine organisch wachsende Entwicklung der Anbieterlandschaft wahrscheinlich. Anzeichen für disruptive Veränderungen gibt es derzeit nicht.

Da sämtliche Marktteilnehmer aber in einem ständigen Prozess stehen, ihr Geschäftsmodell an die sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen und letztendlich die Kundenentscheidungen den Markterfolg bestimmen, ist das Ergebnis dieses Marktprozesses nur bedingt vorhersehbar.

Niedrigzinsumfeld durch Geldpolitik verfestigt

Durch Corona haben sich die langfristigen, tiefgreifenden Veränderungsprozesse in der Anbieterlandschaft verstärkt. Das Niedrigzinsumfeld wurde durch die geldpolitischen Interventionen auf längere Zeit verfestigt, und die Digitalisierung der Branche hat während der Lockdowns einen erheblichen Schub erhalten.

Bei den Markteintritten konnte zuletzt ein Rückgang beobachtet werden. 2020 wurde kein Versicherungsunternehmen in Deutschland neu zugelassen, im Jahr davor waren noch sechs Markteintritte zu verzeichnen.

Großer Teil der InsurTechs strebt keine Versichererlizenz an

Unter diesen sechs Unternehmen war auch ein InsurTech-Startup, das unabhängig von etablierten Versicherungsgruppen agiert. Insgesamt wurden zwischen 2017 und 2020 fünf InsurTech-Startups - vier Schaden- und Unfallversicherer und ein Krankenversicherer - die nicht Teil einer etablierten Versicherungsgruppe sind, von der BaFin zugelassen. 

Ein großer Teil der InsurTech-Startups aber strebt keine Versichererlizenz an, sondern konzentriert sich auf einzelne Teile der Wertschöpfungskette, etwa Versicherungsvermittlung, Schadenabwicklung oder IT-Unterstützung. Die meisten Startups agieren damit als Partner der etablierten Versicherungsgruppen.

Die komplette Analyse finden Sie in der neuen Ausgabe der GDV-Publikation „Makro und Märkte kompakt“, die hier im Download verfügbar ist. 

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