Makro und Märkte kompakt
Makro & Märkte kom­pakt Nr. 37

Rekorder­spar­nis schiebt Ver­mö­gensauf­bau an

Die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland stieg im Jahr 2020 auf ein Rekordniveau an. Vor allem die pandemiebedingten Konsumeinschränkungen sowie die anfangs hohe Unsicherheit sind dafür verantwortlich. Dieser Trend setzt sich auch zu Jahresbeginn 2021 fort – was der privaten Altersvorsorge Chancen bescheren könnte.

Im Lockdown haben die privaten Haushalte so viel gespart wie noch nie in diesem Jahrtausend: Für das Gesamtjahr 2020 ist die Sparquote in Deutschland um über 5 Prozentpunkte auf ein Rekordniveau von 16,3 Prozent gestiegen. „Die entscheidende Frage ist, inwieweit die zusätzliche Ersparnisbildung zurück in den privaten Konsum fließt, sollte es durch Impfungen ab Sommer 2021 zu einem deutlichen Rückgang der Corona-Unsicherheit kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Insbesondere die einkommensstärkeren Haushalte dürften einen Teil der ungeplanten Ersparnis auch in den längerfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge umschichten“, so Jörg Asmussen.

Der sprunghafte Anstieg der Ersparnisbildung ist das Ergebnis eines leichten Anstiegs der verfügbaren Einkommen, die durch umfassende und schnelle Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung, vor allem das Kurzarbeitergeld, gestützt wurden und eines beispiellosen Einbruchs der privaten Konsumausgaben in Folge der Einschränkungen des wirtschaftlichen und alltäglichen Lebens.

Insgesamt sparten die privaten Haushalte im Jahr 2020 voraussichtlich 110 Mrd. € mehr als im Vorjahr. Davon profitierten Sichtleinlagen und Investments in Aktien. Die Geldvermögensbildung in Lebensversicherungen entwickelte sich im Einklang mit dem Trend der letzten Jahre.

Mit zunehmenden Impferfolgen besteht im 2. Halbjahr 2021 nun die Perspektive für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Auch die Sparquote dürfte dann wieder spürbar sinken.

Insbesondere einkommensstärkere Haushalte mit einer niedrigen Konsum- und hohen Sparneigung dürften einen Teil der ungeplanten Ersparnis umschichten. Prädestiniert hierfür sind die hohen Bargeld- und Einlagenbestände, die nicht oder derzeit sogar vielfach negativ verzinst werden, auch da diese aufgrund der wieder leicht ansteigenden Inflation nicht vor realen Vermögensverlusten geschützt sind.

Versicherer haben das Verhältnis zwischen Sicherheit und Chance neu austariert

Durch eine umgebaute Produktpalette haben die Lebensversicherer ihre Wettbewerbsfähigkeit zur Anlageformen aus dem Nichtversicherungssektor deutlich steigern können. So wurde bei den neuen Produkten das Verhältnis zwischen Sicherheit und Chance im Sinne besserer Anlagechancen und insgesamt höherer Leistungen für die Kunden neu tariert. Hieraus ergeben sich im weiteren Jahresverlauf Chancen für die private Altersvorsorge. Von der Umschichtung höherer Beträge kann vor allem das Einmalbeitragsgeschäft profitieren.

Die komplette Analyse finden Sie in der neuen Ausgabe der GDV-Publikation „Makro und Märkte kompakt“, die hier im Download verfügbar ist.

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