Makro und Märkte kompakt
Makro und Märkte kom­pakt Nr. 27

Geld­po­li­ti­sche Nor­ma­li­sie­rung nicht in Frage stel­len!

Die Europäische Zentralbank hat ihren geldpolitischen Normalisierungskurs im Frühjahr unterbrochen, noch bevor er richtig begonnen hat. Der GDV sieht diesen Kurswechsel kritisch: Wertpapierkäufe und Negativzinsen sollten krisenhaften Ausnahmesituationen vorbehalten sein.

Wegen der schwächeren konjunkturellen Entwicklung im Euroraum und der noch niedrigen Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung im März einen abrupten Kurswechsel vollzogen: Neue Langfrist-Tender wurden angekündigt, und eine erste Zinsstraffung soll „frühestens“ im kommenden Jahr erfolgen.

Ein normaler zyklischer Konjunkturabschwung rechtfertigt den erneuten Einsatz unkonventioneller Maßnahmen nicht. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Geldpolitik nicht allmächtig ist. Zudem gehen mit den neuen Instrumenten erhebliche Risiken für die Finanzstabilität einher. Die EZB sollte dringend eine umfassende Normalisierungsstrategie vorlegen, die von kurzfristigen Schwankungen der Konjunktur unabhängig ist.
Zudem ist eine grundsätzliche Diskussion über die geldpolitische Strategie der EZB erforderlich. Beides gehört zu den wohl wichtigsten Aufgaben des neuen EZB-Präsidenten, der im Herbst 2019 sein Amt antritt.

Eine detaillierte Analyse dieses bietet die neue Ausgabe der GDV-Publikation „Makro und Märkte kompakt“, die hier im Download verfügbar ist.

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