Positionen-Magazin
Um den Glo­bus

Ver­si­chern in Grön­land

Vor unerwünschten Kaufangeboten des US-Präsidenten ist die autonome Region Dänemarks nun wohl sicher. Wer dorthin reisen will, braucht starke Nerven und eine gute Versicherung.

Krankenversicherung

Grönland ist begehrt: Vor einem Jahr wollte der scheidende US-Präsident Trump Dänemark die Insel am liebsten abkaufen. Wer sie bereist, sollte körperlich allerdings fit sein, warnt die nationale Tourismusbehörde – und besser eine Auslandskrankenversicherung abschließen, die auch den Rücktransport abdeckt. Denn in der autonomen Region, die sechsmal so groß ist wie Deutschland, aber nur 56.000 Einwohner hat, gibt es nur wenige kleine Kliniken und kaum medizinisches Personal. Wer schwer erkrankt, muss ausgeflogen werden. Für Inländer wird die Krankenversicherung aus Steuermitteln bezahlt, was 18 Prozent des Staatshaushalts verschlingt.

SAR-Versicherung

Das Land ist wie geschaffen für Expeditionen oder Extremsport im Eis. Der Nordost-Grönland-Nationalpark ist der größte der Welt und umfasst rund 45 Prozent der Insel. Wer die raue Natur hautnah erleben will, muss eine SAR-Versicherung (Search and Rescue) abschließen. Das Monopol für die Rettungspolicen liegt bei der Agentur Kalaallit Forsikring, die Verträge des skandinavischen Versicherers IF vermittelt. Je nach Gefahrenstufe kostet die Absicherung bis zu 72 Euro – pro Tag. Aber eine Rettung per Hubschrauber kann schnell 13.000 Euro kosten.

Rentenversicherung

Das Pensionssystem besteht aus drei Säulen: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Zusatzabsicherung. Anders als in Deutschland funktioniert die staatliche Rentenkasse jedoch nicht über ein Umlageverfahren, die Alterseinkommen werden komplett aus Steuermitteln finanziert. Eine Betriebsrente ist verpflichtend: Wenigstens sechs Prozent ihres Einkommens müssen Arbeitnehmer dafür aufwenden, bis 2024 steigt der Mindestsatz auf zehn Prozent. Ergänzend kann jeder privat vorsorgen. Seit 2017 dürfen Banken individuelle Pensionsprodukte anbieten.

Schneemobil-Versicherung

Nur etwa ein Zehntel der 56.000 Einwohner besitzt ein Auto, die meisten sind in der Hauptstadt Nuuk zugelassen. Aufgrund der vielen Gletscher und Fjorde gibt es auf Grönland praktisch keine Landstraßen, der Autoverkehr findet innerorts statt. Wie in Deutschland ist eine Haftpflichtversicherung obligatorisch, die durch Teil- oder Vollkaskopolicen ergänzt werden kann. Wer durch die verschneiten Landschaften reisen will, sollte besser ein Schneemobil nutzen. Auch hier ist eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben, die umgerechnet 60 Euro im Jahr kostet. Der Selbstbehalt liegt bei rund 1000 Euro.

Text: Claus Gorgs, Martin Scheele
Illustration: Michael Stach

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