Positionen-Magazin
Um den Glo­bus

Ver­si­chern in der Schweiz

In keinem anderen europäischen Land geben die Bürger mehr Geld für Versicherungen aus. Eine Police gegen Lawinengefahr ist vielerorts obligatorisch, doch in der Alpenrepublik kann man sich nicht nur gegen zu viel, sondern auch gegen zu wenig Schnee absichern.

Naturgefahrenversicherung

Überflutungen, Orkane, Lawinen: Auch die Schweiz kämpft angesichts des Klimawandels mit zunehmenden Risiken durch Naturgefahren. Das Land mit der höchsten Versicherungsdichte Europas reagiert auf seine Art: In vielen Kantonen ist die Feuer- und Elementarschadenversicherung obligatorisch. Die jeweilige Kantonale Gebäudeversicherung  besitzt ein regionales Monopol. In der Folge sind in der Schweiz – anders als in Deutschland – praktisch alle Gebäude gegen Naturgefahren versichert. Insgesamt geben die Eidgenossen im Schnitt pro Jahr umgerechnet 5800 Euro für Versicherungen aus. In Deutschland sind es nur 2292 Euro pro Kopf und Jahr.

Schneegarantieversicherung 

Winterurlaub ohne Schnee macht keinen Spaß. Ein Hotelier im Kanton Graubünden versucht, aus dieser simplen Erkenntnis ein Geschäftsmodell zu machen. Die ZEGG Hotels geben ihren Gästen eine Schneegarantie –  nicht nur auf den Skipisten, auch im Dorf. Fünf Prozent Aufschlag auf den Zimmerpreis kostet die Police. Ist die Schneedecke zur Urlaubszeit weniger als fünf Zentimeter dick, springt die Versicherung ein: Der Gast zahlt nur den halben Preis. Der Haken dabei: 2018 galt das Arrangement nur in der Vorsaison – bis zum 21. Dezember.

Unfallversicherung 

Die weiße Pracht auf den Bergen lockt alljährlich Millionen Wintersportfans an. Dabei fährt das Unfallrisiko mit: Über alle Wintersportarten zählen die Schweizer Unfallversicherer etwa 47.000 Schadenfälle pro Jahr. Etwa 75 Prozent davon sind Stürze beim Skifahren oder Snowboarden. Die Gesamtkosten aller Wintersportunfälle sind in den vergangenen 15 Jahren um 70 Prozent von umgerechnet 172 Millionen auf 292 Millionen Euro angestiegen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von 3,6 Prozent pro Jahr.

Hochzeitsversicherung 

Der vermeintlich schönste Tag im Leben soll für das Brautpaar möglichst perfekt ablaufen. Doch was, wenn der Trauzeuge krank wird oder einer der Partner einen Unfall hat? Eine lange im Voraus geplante Feier abzusagen ist teuer – es sei denn, man ist versichert. Auch wenn es unromantisch klingt: In der Schweiz bietet die Zurich-Versicherung eine solche Lösung an. Können das Brautpaar, enge Angehörige oder die Trauzeugen aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht zur Hochzeit erscheinen, übernimmt Zurich die Stornokosten. Den Versicherungsschutz gibt es ab 46 Euro aufsteigend.

Text: Martin Scheele
Illustration: Michael Stach


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