Positionen-Magazin
Lebens­er­war­tung

Hellste Kerze auf dem Kuchen

Der Osten holt auf: Zwischen Rügen und Erzgebirge ist die Lebenserwartung in den vergangenen gut drei Jahrzehnten schneller gestiegen als im Westen.

Berlin kann laut sein und nervig, aber auch aufregend und inspirierend. Doch welchem Lebensgefühl sie auch anhängen, einer Tatsache dürfen sich die Hauptstädter gewiss sein: Sie können es immer länger genießen. In gut drei Jahrzehnten ist die Lebenserwartung in Berlin um fast neun Jahre gestiegen – so viel wie in keinem anderen Bundesland. Kinder, die dort 2015 zur Welt kamen, können damit rechnen, 80,5 Jahre alt zu werden. 1982 lag der statistische Wert noch bei 71,9 Jahren. Das zeigen Berechnungen des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock exklusiv für den GDV.

Am ältesten werden die Menschen weiterhin in Baden-Württemberg (81,8 Jahre) und Bayern (81,3 Jahre), während Schleswig-Hol- stein, Niedersachsen und Bremen in der Rangliste zurückgefallen sind. Die ostdeutschen Länder haben dagegen rasant aufgeholt: Nach Berlin verbuchen Brandenburg (+8,5 Jahre), Mecklenburg-Vorpommern (+8,2 Jahre) und Thüringen (+7,7 Jahre) den größten Zugewinn an Lebenszeit seit 1982.

Dass der Osten bei der Lebenserwartung zum Westen aufschließen konnte, liege vor allem an der besseren medizinischen Versorgung und der sauberen Luft seit der Wende, so die Experten. Obwohl: Berlin und saubere Luft? Vielleicht hat es in der Hauptstadt doch eher mit dem Lebensgefühl zu tun.

Text: Karsten Röbisch
Illustration: Pia Bublies

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