Positionen-Magazin
Nur mal kurz die Welt ret­ten

Das Fahr­rad­schloss

Seit Fahrräder zum Lifestyle des modernen Großstädters gehören, werden sie zunehmend teurer – und damit lohnende Diebesbeute. Zum Glück sorgen Versicherer und Radfahrverbände für immer höhere Standards bei Schlössern.

Lange gab es für Fahrradschlösser praktisch keine Vorschriften. 2001 gab die GDV-Sicherheitstochter VdS erstmals eine Richtlinie exklusiv für Zweiradschlösser heraus, zuletzt aktualisiert wurde sie 2018. Heute wird unter anderem geprüft, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Schlüssel eines Fremden in ein baugleiches Schloss passt: Je nach Komplexität ist es in günstigen Fällen nur jedes dreißigtausendste. Oder der Haarnadel-Test: „Billigschlösser können sie tatsächlich mit einem gebogenen Draht aufmachen“, sagt VdS-Experte Paulus Vorderwülbecke. Einfache Spiralschlösser ließen sich oft schon mit einem Seitenschneider durchkneifen. Im VdS-Labor werden Bügelschlösser zersägt, verbogen, gezogen und auseinandergedrückt. Die Tests dauern je nach Schloss und Qualitätsstufe zwei bis zehn Minuten – danach türmen die meisten Diebe. Der Trick mit dem Kältespray, das Stahlbügel unter Hammerschlägen angeblich zerspringen lässt wie Wassereis, ist laut Vorderwülbecke übrigens ein Märchen. Einen Nachteil hat das Plus an Sicherheit allerdings: Ein Rennrad mit gutem Schloss wiegt schnell einige Kilogramm mehr als ohne.

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