Kolumne
Kolumne Imker

Fre­vel am Bie­nen­stock

Berlin ist auch Deutschlands Imker-Hauptstadt. Aber immer mehr Stöcke werden geklaut. Die Vereinten Nationen rufen für den 20. Mai den dritten Weltbienentag aus.

Berlin ist Hauptstadt auch für die Apis mellifera, unsere Honigbiene. In keiner anderen Stadt gibt es so viele Imker, 1.200 alleine sind im Berliner Imkerverband organisiert. Sie betreuen weit über 7.000 Völker. Die beiden wohl exponiertesten Bienenstöcke Deutschlands stehen auf dem Berliner Dom. 

Andere prominente Bienen-Standorte sind das Abgeordnetenhaus, das Jagdschloss Grunewald oder das Haus der Kulturen der Welt. Berlin summt! Seit Jahren  gibt es in der Hauptstadt eine regelrechte Hobby-Imkerwelle. Was das Thema an dieser Stelle verloren hat? Sie werden sich wundern.

Denn in dieser Woche, am Mittwoch, 20. Mai, ist bereits der dritte Weltbienentag. Die Vereinten Nationen haben den Tag ausgerufen,  weil sie durch das weltweite Bienensterben langfristig die Ernährung der Menschheit in Gefahr sehen. Tatsächlich ist Apis mellifera ein unverzichtbarer Teil der menschlichen Nahrungskette und Bienen spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen.

Varroamilbe bedroht jedes dritte Bienenvolk

Wissenschaftler schätzen, dass ein Drittel von allem, was wir essen, von Bienenbestäubung abhängig ist. Und nun bedroht die Varroamilbe, Auslöser des globalen Phänomens, auch bei uns inzwischen schätzungsweise jedes dritte Volk. In Deutschland dürften mindestens 22.000 Völker den vergangenen Winter nicht überlebt haben. 

Daneben beobachten Experten ein anderes, ziemlich neues Phänomen: Den Diebstahl von Bienenstöcken. Das Magazin Spiegel hat dem Thema in dieser Woche einen eigenen Beitrag gewidmet. Wir haben nachgehört, nach unseren Informationen  entstanden den deutschen Imkern im vergangenen Jahr bei Schäden durch Diebstahl, Sturm und Frevel ein versicherter Schaden von über 570.000 Euro. Davon entfielen alleine 330.000 Euro auf 375 Diebstähle von Bienenstöcken, denn Bienenvölker stellen natürlich auch ökonomisch einen echten Wert da.

Für Hobbyimker reicht die private Haftpflichtversicherung

Gut, dass es gegen solche Schäden eine Versicherung gibt. Die im Deutschen Imkerbund organisierten Imker genießen über eine Gruppenversicherung ihres jeweiligen Landesverbandes Versicherungsschutz. Der umfasst nicht nur Einbruchdiebstahl, Raub und Frevel, sondern bietet auch eine Transport- und Haftpflichtversicherung an.

Hobbyimkern empfehlen wir dagegen an dieser Stelle die private Haftpflichtversicherung. Bei den meisten Verträgen ist die private Bienenhaltung, die als Hobby ausgeführt wird, bereits mitversichert. Sicherheitshalber lohnt auch hier der Blick in die Versicherungsbedingungen.

Weiterführende Informationen zum Thema Bienenversicherung und zum Weltbienentag haben wir in einem Beitrag auf unserem Verbraucherportal DIEVERSICHERER zusammengefasst.  Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Und vor allem: Bleiben Sie gesund und munter.

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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