Europa
Posi­ti­ons­pa­pier

Wie sehen die Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zu Groß­bri­tan­nien nach dem Bre­xit aus?

In deutlich weniger als einem Jahr, am 30. März 2019, wird Großbritannien wohl die Europäische Union verlassen. Wie werden sich dann die wirtschaftlichen Beziehungen entwickeln? Mit den Konsequenzen für Finanzdienstleistungen und Anforderungen für das zukünftige Verhältnis mit Großbritannien befasst sich ein GDV-Positionspapier.

Die im Sommer 2017 aufgenommenen Verhandlungen zum Austritt der Briten aus der EU gehen in ihre entscheidende Phase. Trotz verschiedener Fortschritte wie der Verständigung auf eine Übergangsphase konnte auch nach einem Jahr keine Einigung in allen Austrittsfragen hergestellt werden.

Die größte Herausforderung besteht darin, eine Regelung für die innerirische Grenze zu finden. Im Grundsatz sind sich zwar beide Seiten einig, dass diese Grenze auch zukünftig offen sein soll. Eine Lösung, wie diese Zielsetzung erreicht werden kann, zeichnet sich aber aktuell nicht ab. Unsicherheit besteht auch hinsichtlich der weiteren innenpolitischen Auseinandersetzungen in Großbritannien: So haben die jüngsten Abstimmungen im britischen Ober- und Unterhaus ein hohes Maß an Unberechenbarkeit offenbart. Das Risiko eines „harten Brexit“ bleibt damit weiterhin hoch.

Um die direkten und indirekten Auswirkungen des Brexit auf das Versicherungsgeschäft zu begrenzen, ergeben sich spezielle Anforderungen an die zukünftige Zusammenarbeit.  Bereits im Sommer 2017 hatte der GDV ein erstes Positionspapier „Brexit: Sechs Standpunkte der deutschen Versicherer“ vorgelegt.

Der Verband greift diese Positionen auf und formuliert auf Basis der Entwicklung seit dem Beginn der Brexit-Verhandlungen Anforderungen, die aus Sicht der deutschen Versicherungswirtschaft für die zukünftigen Beziehungen und für eine Weiterführung bestehender Verträge im Interesse der Kunden zu beachten sind:

  • gegenseitige Marktzugangsregeln nutzen
  • enge Kooperation der Aufsichtsbehörden
  • Anpassungen für die Kapitalanlage ermöglichen
  • Rechtssichere Datenübertragungen
  • Arbeitnehmerfreizügigkeit für hoch qualifizierte Fachkräfte
  • Vollendung der Kapitalmarktunion beschleunigen.
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