Pan­de­mie­ab­si­che­rung

Ver­si­che­rungs­wirt­schaft plä­diert für pri­vat-staat­li­chen Schutz­schirm

Corona führt zu massiven wirtschaftlichen Schäden. Versicherungen allein können diese nicht abdecken. Die Lösung könnte ein privat-staatliches Modell sein, das eine GDV-Arbeitsgruppe erarbeitet hat.

Die deutsche Versicherungswirtschaft schlägt zur Absicherung künftiger Pandemie-Schäden ein privat-staatliches Absicherungsmodell vor. Dieses bezieht neben den Versicherern auch den Kapitalmarkt mit ein und würde in der letzten Eskalationsstufe zusätzlich auf staatliche Hilfen zurückgreifen, heißt es in einem vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erarbeiteten Diskussionspapier.

Hintergrund der Initiative sind die schweren wirtschaftlichen Verwerfungen infolge des Ausbruchs des neuartigen Sars-CoV-2 Virus. „Wir wollen die Diskussion über ein System anstoßen, das die wirtschaftlichen Folgen künftiger Infektionswellen abmildern und staatliche Ad-hoc-Hilfen teilweise ersetzen könnte“, sagt GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen. „Corona hat gezeigt, dass vielen Unternehmen in einer Pandemie ohne schnelle finanzielle Unterstützung die Insolvenz droht.“ Rein privatwirtschaftlich seien derart flächendeckende finanzielle Schäden jedoch nicht versicherbar.

Kern des GDV-Vorschlags ist eine rechtlich eigenständige Einrichtung mit einem Kapitalstock in Milliardenhöhe. Die Beiträge werden durch Leistungen von Erst- und Rückversicherern sowie Kapitalmarktinstrumente wie beispielsweise Katastrophenanleihen ergänzt, die im Pandemiefall abrufbar wären. Damit könnten zumindest die in einer frühen Pandemiephase auftretenden Schäden gedeckt werden. „Erst wenn der Kapitalstock aufgebraucht ist, würden zusätzliche staatliche Mittel abgerufen“, betont Asmussen. Gelinge es beispielsweise, einen Seuchen-Ausbruch lokal einzugrenzen, könnten die in den betroffenen Regionen auftretenden Schäden möglicherweise auch ohne staatliche Hilfen kompensiert werden.


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