Erneu­er­bare Ener­gien

Risi­ken bei Ener­gie­an­la­gen müs­sen kal­ku­lier­bar blei­ben

Beim Ausbau und Betrieb von Windparks auf dem offenen Meer entsteht ein Schadenpotential in noch nie dagewesenem Ausmaß: Naturgewalten können bei Offshore-Windparks, Konverterplattformen und Stromnetzen leicht Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in seiner Broschüre „Erneuerbare Energien“ hin, die 2017 in ihrer neunten Ausgabe erschienen ist.

Die Broschüre gibt einen Überblick über die technische Entwicklung und das technische Gefährdungspotenzial der erneuerbaren Energien.

Wie alle Maschinen haben auch Windenergieanlagen nur eine begrenzte Lebensdauer. Sie stehen in Freien und müssen Starkwind und Extremwetter trotzen. In der Regel ist Ihre Einsatzzeit daher auf ca. 20 Jahre begrenzt. Mit zunehmendem Alter der Anlagen steigt jedoch auch das Risiko für Schäden – beispielsweise durch Materialermüdung oder das Versagen von Schutzeinrichtungen. Allein um den Jahreswechsel kam es innerhalb weniger Wochen zu vier Schäden an Windenergieanlagen an unterschiedlichen Standorten: Bei Hamburg knickt ein knapp 100 Meter hohes Windrad ab, in Zichow in der Uckermark brach der 40 Meter lange Flügel einer Anlage ab. Bereits zuvor knickte in Sachsen ein 95 Meter hohes Windrad im Windpark Sitten bei Leisnig ein, in Süderholz (Mecklenburg-Vorpommern) fiel Mitte Dezember ein 70 Meter hoher Windradturm um.

Passgenaue Schadenverhütungskonzepte entwickeln

Um solche und andere Schäden künftig zu vermeiden, müssen Schadenverhütungskonzepte entwickelt werden, die auf das zunehmende Alter der Anlagen und den daraus resultierenden Gefahren ausgerichtet sind. Eine Maßnahme dabei könnte sein, neben Sichtprüfungen auch zerstörungsfreie Prüfverfahren einzusetzen und die Inspektionsfrequenz älterer Anlagen anzupassen. Bislang werden Inspektionen bei regelmäßiger Wartung meist alle zwei Jahre durchgeführt.

Im Mittelpunkt der Broschüre steht diesmal die Analyse der Schäden, die während des Betriebes von Energieanlagen entstehen können. Diese Informationen unterstützen den Betreiber von Energieanlagen und den Versicherern gleichermaßen bei der Risikoanalyse und -bewertung.

Die deutschen Versicherer gehören zu den führenden Risikoträgern, wenn es um Techniken wie Wind, Sonne und Biogas geht. Künftig wird in der Ausbau- und Betriebsphase von immer mehr Windparks, Konverterplattformen und Kabeltrassen zeitgleich Versicherungsschutz benötigt.

Versicherer wollen auch hier verstärkt Risiken übernehmen. Dies kann jedoch nur sichergestellt werden, wenn die Gefahr von Schäden in Milliardenhöhe verringert wird. Daher muss die Risikominimierung zum Leitbild der Planungen von Windparks und deren Infrastruktur werden. Nur so können Strompreise stabilisiert und Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

Zentrale Forderungen und Positionen der deutschen Versicherer:


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