Corona-Pan­de­mie

EU-Kom­mis­sion geneh­migt Ver­län­ge­rung des Lie­fer­ket­ten-Schutz­schirms

Kreditversicherer und Bundesregierung hatten sich bereits Anfang Dezember auf eine Verlängerung des gemeinsamen Schutzschirm für die Lieferketten der deutschen Wirtschaft verständigt. Nun hat die Europäische Kommission ihr Plazet dafür gegeben.

Kreditversicherer und Bundesregierung können ihren gemeinsamen Schutzschirm für die Lieferketten der deutschen Wirtschaft um sechs Monate verlängern. Die entsprechende Vereinbarung wurde jetzt von der Europäischen Kommission genehmigt. Der Schutzschirm bleibt damit bis zum 30. Juni 2021 aufgespannt. 

„Die Kreditversicherer können ihren Kunden – trotz pandemiebedingt gestiegener Risiken – weiterhin Kreditlimite im bestehenden Umfang von über 400 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Damit leisten sie einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung der Krise“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Bund übernimmt Ausfälle bis 30 Milliarden Euro

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Bundesregierung eine Garantie für Schadenzahlungen der Kreditversicherer in Höhe von 30 Milliarden Euro übernimmt. Im Gegenzug verpflichten sich die Kreditversicherer, ihre bestehenden Kreditlimite weitestgehend aufrecht zu erhalten und sich an den Schadenzahlungen im Rahmen des Schutzschirms mit zehn Prozent zu beteiligen. Die über die Garantie des Bundes hinausgehenden Ausfallrisiken tragen die Kreditversicherer. Darüber hinaus führen sie knapp 60 Prozent ihrer Prämieneinnahmen für das erste Halbjahr 2021 an den Bund ab.

Mit dem seit Frühjahr 2020 gespannten Schutzschirm werden Lieferbeziehungen zu Unternehmen gestützt, die vor der Corona-Pandemie wirtschaftlich gesund waren und durch die Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. So konnten Kettenreaktionen bislang erfolgreich verhindert und das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität gestärkt werden.

Kreditversicherungen bieten Schutz gegen Zahlungsausfälle

Eine Warenkredit- oder Delkredere-Versicherung schützt Lieferanten für den Fall, dass ein Abnehmer im In- oder Ausland die Rechnung nicht bezahlen kann oder will. Kommt es zu Forderungsausfällen oder längerfristigen Zahlungsverzögerungen, wird die Rechnung vom Kreditversicherer beglichen. „Nach unseren Schätzungen decken die Limite der Kreditversicherer unter anderem rund 15 Prozent der deutschen Ausfuhren und tragen so auch wesentlich zur Sicherheit der deutschen Exportwirtschaft bei“, so Asmussen.

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