Inva­li­di­täts­ver­si­che­rung

Die Absi­che­rung der eige­nen Arbeits­kraft gewinnt immer mehr an Bedeu­tung

Ende 2017 gab es rund 4,5 Millionen eigenständige Verträge im Bereich der Invaliditätsversicherung, von denen die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Abstand die Wichtigste ist. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von knapp 5 Prozent. Kein Wunder: Für den gesetzlichen Schutz gibt es hohe Hürden.

Ein Unfall oder eine dauerhafte Erkrankung kann dazu führen, dass Menschen ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können. In schweren Fällen sind die Einschränkungen so groß, dass überhaupt kein Beruf mehr ausgeübt werden kann. Nicht mehr arbeiten zu können oder einen neuen Beruf erlernen zu müssen, ist ein Schicksalsschlag: In den allermeisten Fällen ist der ausgeübte Beruf auch Lebensinhalt. Manchmal leiden Betroffene auch unter dem Verlust von Status und Selbstwertgefühl. In dieser Situation ist finanzielle Sicherheit besonders wichtig. Die zunehmende Zahl von Invaliditätsversicherungen spiegelt das steigende Bedürfnis nach finanzieller Absicherung im Falle von Unfällen oder dauerhaften Erkrankungen. Invaliditätsversicherungen, von denen die Berufsunfähigkeitsversicherung den umfassendsten Schutz bietet, leisten in jedem Fall einen wichtigen Beitrag, Menschen im Ernstfall finanziell aufzufangen und helfen, den gewohnten Lebensstandards zu erhalten.

Trend zur eigenständigen Versicherungspolice

Die allermeisten Invaliditätsversicherungen sind nach wie vor Zusatzversicherungen. Sie werden von den Versicherten als Ergänzung etwa zu einer Risiko- oder Kapitallebensversicherung oder anderen Formen der privaten Rentenversicherung abgeschlossen. In der Regel übernimmt die Zusatzversicherung dann die Zahlung der Beiträge in die Hauptversicherung, wenn der Versicherte berufsunfähig wird. So gerät die vereinbarte Rentenleistung durch die Berufsunfähigkeit nicht in Gefahr.

Den Trend zur umfassenderen Absicherung erkennt man aber auch hier: Eigenständige Versicherungen, aus denen Betroffene im Ernstfall eine Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätsrente erhalten, werden gegenüber Zusatzversicherungen seit Jahren immer wichtiger. So hat sich ihr Anteil an der Gesamtzahl der Policen von 2007 bis 2016 von 20,6 auf 34,7 Prozent um mehr als 14 Prozentpunkte vergrößert.

Hohe Hürden für den gesetzlichen Schutz

Ältere Arbeitnehmer, die vor 1961 geboren sind, haben noch Anspruch auf eine vergleichsweise umfassende Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn sie in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten können. Für alle ab 1961 Geborenen sind die Voraussetzungen ungleich schwieriger. Nur wer weniger als sechs Stunden am Tag irgendeiner Beschäftigung nachgehen kann, erhält überhaupt noch Leistungen. Die volle Rente, in der Regel weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts, erhält nur, wer weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Der zuletzt ausgeübte Beruf spielt dabei keine Rolle. Wie schwer diese Voraussetzungen zu erfüllen sind zeigt, dass fast 50 Prozent aller Anträge auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt werden.

Auch die Zahlung einer Rente durch eine Berufsgenossenschaft im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung kommt in Frage, wenn ein Berufstätiger aufgrund einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls nicht mehr in seinem Job arbeiten kann. Anders als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung muss die Arbeitsunfähigkeit hier jedoch eindeutig in der Berufstätigkeit begründet sein. Bei einer Krebserkrankung beispielsweise ist dies jedoch typischerweise nur sehr schwer nachweisbar.

Zur Startseite
Auch inter­essant