Kli­ma­gip­fel in Paris

Der Kli­ma­wan­del fin­det vor unse­rer Haus­tür statt

151 Staats- und Regierungschefs ringen in den nächsten zwei Wochen auf der UN-Klimakonferenz um einen gemeinsamen Plan, wie die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt werden kann. Die Folgen der bisherigen Erwärmung sind nicht nur auf Südseeinseln zu spüren, die vom Untergang bedroht sind, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Wetterextreme haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wie Versicherer beobachten. Eine Abkehr von diesem Trend ist nicht erkennbar – im Gegenteil.

5 Beispiele für Naturgefahren, die uns künftig häufiger beschäftigen werden

Dass das Wetter immer öfter verrückt spielt, spiegelt sich auch direkt in den Schadenstatistiken der Versicherer. Sie rechnen künftig mit höheren Schäden durch Naturgefahren, bedingt durch den Klimawandel.

Beispiel Hochwasser

1997, 2002, 2013: Allein in den letzten 18 Jahren hat Deutschland drei schwere Hochwasser erlebt. Der Begriff „Jahrhunderthochwasser“, der suggeriert, ein solches Ereignis würde nur alle 100 Jahre stattfinden, wurde bereits ad absurdum geführt. Beim letzten großen Hochwasser 2013 entstanden 140.000 versicherte Schäden mit einem Volumen von 1,8 Milliarden Euro – Schäden an öffentlicher Infrastruktur nicht eingerechnet. Dabei wurden nicht nur Häuser direkt in Flussnähe beschädigt: 85 Prozent der Schäden entstanden außerhalb der Hochrisikozone.

Beispiel Starkregen

Wer nicht gerade im Großraum Münster wohnt, erinnert sich wahrscheinlich kaum noch an Tief Quintia im Juli 2014. Dennoch ist das Tief bemerkenswert und sogar rekordverdächtig: Mit 292 Litern Wasser pro Quadratmeter war es der heftigste Starkregen in Deutschland seit 2002 und richtete einen Schaden von 200 Millionen Euro an – innerhalb von sieben Stunden. Starkregenereignisse sind deshalb tückisch, weil sie nur extrem schwer von Meteorologen vorhergesagt werden können und lokal schwere Schäden anrichten. Umso wichtiger ist deshalb der Schutz der eigenen vier Wände vor Starkregen.


Beispiel Stürme

Sie treten sowohl im Sommer, etwa zusammen mit Gewittern, als auch im Winter auf: Schwere Stürme sind zu einer Naturgefahr geworden, die das ganze Jahr über auftreten können. 2014 hieß der heftigste Sommersturm Ela, der alleine versicherte Schäden von 600 Millionen Euro anrichtete. Insgesamt zählt das vergangene Jahr zu den fünf folgenschwersten Sturm- und Hageljahren seit 1998. Versicherer rechnen bereits heute damit, dass ein Sturm mit dem Schadenausmaß von Ela künftig alle zwei bis drei Jahre auftreten wird. Bis zum Ende des Jahrhunderts erwarten Versicherer sogar 50 Prozent mehr Schäden durch Stürme.

Beispiel Hagel

Hagelschauer sind vor allem für zwei Gruppen gefährlich: für Landwirte und für Autofahrer. Landwirte fürchten um ihre Ernten und schicken im Ernstfall Hagelflieger los, die den Schauer mit Silberjodid abwenden sollen. Autofahrer fürchten um Dellen im Blech. 2013 waren solche Schäden besonders heftig: 635.000 Autos wurden damals vor allem durch Sommergewitter beschädigt. Allein eine Unwetterfront im Juli hinterließ 1,9 Milliarden Euro zerstörte Sachwerte. Je häufiger es in Zukunft Hitzewellen geben wird, desto wahrscheinlicher werden auch schwere Hagelschauer.

Beispiel Tornados

Im Mai zerlegte ein Tornado das Dorf Bützow in Mecklenburg-Vorpommern. Über 120 Häuser wurden beschädigt, einige davon sogar so stark, dass sie unbewohnbar wurden. Dass ein Tornado mit dieser Wucht zuschlägt, ist für Deutschland ungewöhnlich. Fakt ist jedoch: Meteorologen haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Zunahme der in Deutschland beobachteten Tornados festgestellt. Das hängt mit zwei Faktoren zusammen: Erstens nutzen viel mehr Menschen mittlerweile Smartphones mit Kameras, so dass deutlich mehr Tornados aufgezeichnet werden können. Richtig ist aber auch, zweitens: Da die Häufigkeit von Sommergewittern zugenommen hat, steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit von Tornados in Deutschland.

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