3 Fra­gen an GDV-Geschäfts­füh­rer Peter Schwark

„Mög­lichst früh anfan­gen mit dem Spa­ren“

Das regionale Gefälle in Deutschland wächst, auch beim Sparbedarf. Ohne Zusatzvorsorge sei der Lebensstandard im Alter jedoch nirgends zu halten, betont GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Ein früher Start helfe, um die Belastung zu senken.


Herr Schwark, was können Verbraucher mit den Studien-Ergebnissen anfangen?
Peter Schwark: Die Studie hilft bei der Vermögensplanung. Sie gibt Verbrauchern eine gute Orientierung über den notwendigen Vorsorgebedarf in ihrer Region. Das zeichnet die Studie ja aus: Sie differenziert zwischen den Landkreisen und berücksichtigt die jeweils unterschiedlichen Löhne, Renten und Lebenshaltungskosten. Doch bei allen Differenzen ist eben auch klar: In keiner Region reicht die gesetzliche Rente aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten.

Welche Tipps haben Sie für die Altersvorsorge?
Schwark: Der wichtigste Rat lautet: Möglichst früh anfangen mit dem Sparen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Und die Sparbeträge regelmäßig an das steigende Einkommen anpassen. Die staatliche Riester-Förderung mitnehmen, auch das ist wichtig – gerade im Niedrigzinsumfeld. Den Bewohnern teurer Großstädte kann man nur raten, in noch stärkerem Maße Eigenvorsorge zu betreiben, wenn sie im Alter in der gewohnten Umgebung wohnen bleiben wollen. Der Umzug im Alter in eine günstigere Gegend kann zwar auch eine Strategie sein, um die Rente aufzuwerten. Für die meisten kommt das aber sicherlich nicht infrage.

Mehr Eigenvorsorge, das sagt sich leicht. Viele Menschen haben Mühe, überhaupt Geld für die private Altersvorsorge aufzubringen.
Schwark: Das stimmt, deshalb sagen wir: Wir müssen der privaten Altersvorsorge neuen Schwung verleihen. Die Riester-Förderung sollte deutlich vereinfacht werden: Zu jedem eingezahlten Euro sollte der Staat immer mindestens 50 Cent obendrauf legen. Gleichzeitig kann das Zulagenverfahren verschlankt und die gesetzlichen Garantieanforderungen gesenkt werden, etwa auf 80 Prozent der Summe aus Beiträgen und Zulagen. All das führt zu niedrigeren Kosten und höheren Renditen. Und würde – zusammen mit der höheren staatlichen Förderung – die Belastung der Sparer deutlich senken. Unsere Vorschläge für einen Neustart von Riester liegen auf dem Tisch. Die Politik ist am Zug, die angekündigte Reform der privaten Altersvorsorge endlich anzugehen.

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