Regulierung und Aufsicht kompakt
Review Sol­vency II

Lang­fris­tige Inves­ti­tio­nen unter­stüt­zen

Der Reviewprozess für Solvency II erreicht einen Meilenstein: Im Juni übermittelt die EIOPA ihre Änderungsvorschläge an die EU-Kommission. Wichtig ist, übergeordnete europäische Zielsetzungen wie den 'Green Deal' beim Review mitzudenken. Neue Regeln dürfen nicht dazu führen, dass Versicherer als langfristige Kapitalgeber ausfallen. Der Review sollte vielmehr als Chance begriffen werden, europäische Ziele und Regulierung in Einklang zu bringen.

Von besonderer Bedeutung im Reviewprozess sind mögliche Veränderungen in der Säule I, die zu neuen bzw. zusätzlichen Kapitalanforderungen führen könnten. Die aktuelle Ausgabe von „Regulierung und Aufsicht kompakt“ gibt einen Ausblick auf den weiteren Ablauf des Verfahrens und stellt die wesentlichen Positionen der deutschen Versicherungswirtschaft dar.

Kleine Änderung am Modell – große Wirkung in der Realität

Viele der derzeit diskutierten Änderungen am Solvency-II-Regelwerk hätten direkte Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen. Ein Beispiel ist der so genannte Extrapolationsstart. Dabei geht es um die wichtige Frage, bis zu welchem Zeitpunkt ein Marktzins für sichere Kapitalanlagen ermittelt werden kann und ab wann ein mathematisches Schätzmodell greift. Derzeit beginnt die Extrapolation ab dem Jahr 20. Eine Verschiebung des Extrapolationsstarts würde dazu führen, die Kapitalausstattung der Unternehmen deutlich schwankungsanfälliger wäre – und somit langfristige Investitionen stärker eingeschränkt wären. Weitere wichtige Faktoren sind der künftige Umgang mit dem Volatility Adjustment sowie die Berücksichtigung von Negativzinsen bei der Modellierung der Zinsstrukturkurve.

 

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