Volkswirtschaft & Finanzmärkte
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Vom Krieg zur Wirt­schafts­krise?

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist eine Zäsur der europäischen Nachkriegsgeschichte, der das Land in eine schwere humanitäre Krise gestürzt hat.

Auch Wirtschaft und Märkte stehen unter dem Eindruck der Kriegshandlungen. Die Sanktionen gegen Russland treffen zwar die dortige Wirtschaft hart; die direkten Auswirkungen auf Deutschland und den Euroraum dürften aufgrund des geringen Exportanteils Russlands aber überschaubar bleiben.

Die infolge des Kriegs stark gestiegenen Energiepreise hingegen sind unmittelbar und ganz direkt zu spüren: Die Inflationsraten werden länger hoch bleiben, belasten den privaten Konsum und führen so auch zu Anpassungen in der Versicherungsbranche.

  • Der gesamtwirtschaftliche Erholungsprozess erhält durch die Folgen des Ukraine-Kriegs einen empfindlichen Dämpfer. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2021 lässt der Aufschwung auch zu Jahresbeginn weiter auf sich warten, könnte im Sommer aber wieder an Fahrt aufnehmen. Die außergewöhnlich hohe Unsicherheit erschwert den Ausblick enorm.
  • An den Finanzmärkten sorgt der Ausbruch des Kriegs für deutliche Kursabschläge. Diese können zuletzt zwar wieder aufgeholt werden, aber die Volatilität bleibt hoch. Die Märkte reagieren äußerst sensibel auf jede Nachricht aus dem Krisengebiet.
  • Das seit Ausbruch des Kriegs eingetrübte Economic Sentiment der privaten Haushalte beeinträchtigt das Neugeschäft in der Lebensversicherung. Zudem führt das hohe Preisniveau in vielen Bereichen der Schaden- und Unfallversicherung zu deutlichen Leistungssteigerungen.

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