Positionen-Magazin
Bank­raub

Und täg­lich wird ein Geld­au­to­mat gesprengt

Der Bankraub von heute findet oft vor der Filiale statt: Der Schaden durch gesprengte Geldautomaten ist beträchtlich. Banken - und Versicherer - wollen das nicht länger hinnehmen und rüsten technisch auf.

Erst hört man ein Zischen, dann einen ohrenbetäubenden Knall. Kriminelle haben eine neue und äußerst effektive Form des Bankraubs für sich entdeckt. Im Schutz der Dunkelheit lassen sie ein explosives Gasgemisch in Geldautomaten strömen, sprengen sie auf und erbeuten je nach Standort zum Teil erhebliche Beträge. Klingt abenteuerlich? Aber genau das geschieht in Deutschland inzwischen durchschnittlich einmal am Tag. 369 Mal flog nach Angaben des Bundeskriminalamts im vergangenen Jahr irgendwo im Land ein Geldautomat in die Luft – ein neuer Rekord. In Nordrhein-Westfalen gab es mit mehr als 100 Taten bundesweit die mit Abstand meisten Fälle, aber auch in anderen Bundesländern stieg die Zahl der Delikte. In Niedersachsen und Berlin haben sie sich seit 2015 in etwa verdoppelt, in Rheinland-Pfalz sogar mehr als verfünffacht. Ein besserer Schutz der Automaten ist nötig – und möglich. Versicherer, Banken und Hersteller arbeiten gemeinsam daran, den Kriminellen das Leben schwerer zu machen, und verzeichnen bereits erste Erfolge. So wurde die Panzerung vieler Geräte verbessert, sodass die Täter zuletzt bei zwei Dritteln aller Attacken ohne Beute blieben. „Eine hundertprozentige Sicherheit kann es zwar nicht geben“ sagt Alexander Küsel, Leiter Schadenverhütung beim GDV. „Mit der Wahl des Aufstellungsortes sowie dem Einsatz mechanischer Sicherheitssysteme und interaktiver Videotechnik können wir jedoch noch mehr erreichen.“

Quelle: Bundeskriminalamt

Text: Elke Spanner​​​​​​​

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