Positionen-Magazin
Drei Fra­gen

„Alarm­si­gnal“

Dokumentarfilmerin Nadine Peschel über ihren Film „Einsame Geburt – Hebammen in Not“ und den Streit um die Zukunft eines Berufsstands

Frau Peschel, Sie haben in Ihren Kinofilm nicht nur viel Zeit, sondern auch eigenes Geld investiert. Warum?
Nadine Peschel:
Als 2014 die Hebammen mit Protesten auf ihre Existenzbedrohung aufmerksam machten, wollte ich wissen, wie es so weit kommen konnte. Ich bin vor drei Jahren Mutter eines Sohnes geworden, mit Hebammen an meiner Seite. Das Thema ist mir persönlich nah, und ich habe angefangen, zu recherchieren.

Und? Wer ist verantwortlich dafür?
NP:
Es gibt nicht den einen Schuldigen. Dafür ist das Problem zu komplex. Seit mehr als zehn Jahren weiß die Politik darum. Die freiberuflichen Hebammen werden nicht vernünftig bezahlt und können ihre Beiträge zur Haftpflichtversicherung nicht aufbringen. Die steigenden Prämien sind nur das Alarmsignal. Zudem wird Geburt fast nur noch als Risiko bewertet und nicht mehr als etwas Natürliches, Normales.

Was muss geschehen, damit sich die Situation bessert?
NP:
Die Politik ist verpflichtet, zu handeln. Ich habe von Politikern, Kassen, Hebammen, Versicherungswirtschaft, Ärzten gehört, dass alle bereit sind, sich zu bewegen. Es fehlt einzig die Handlung – noch.

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