Kolumne
Kolumne Kon­junk­tur

Von der volks­wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung der Ver­si­che­rer

Gleich im Januar wird der GDV die Jahreszahlen der Versicherungsbranche vorlegen. Schon heute ist absehbar: Die Stimmung ist gut - und unsere Kunden können sich auf die Expertise unserer Branche verlassen, die etwa mit Kreditversicherungen Exportgeschäft oft erst möglich macht – trotz unsicherer Aussichten für Welthandel und Konjunktur.

Die Aussagen von Kreditversicherern haben Gewicht, gerade für eine Exportnation wie Deutschland. In der kommenden Woche gibt diese Sparte unserer Branche in Frankfurt ihr Jahres-Update mit den neuesten Trends und Zahlen. Ihre Expertise macht sie zu einem unverzichtbaren Risiko-Navigator, gerade in Zeiten eines wieder aufkeimenden Protektionismus.

Die globale Unsicherheit steigt: Entsprechend sind Exporte in viele Regionen mit Gefahren verbunden, die nur schwer vorauszusagen sind. Warenkreditversicherungen etwa können dabei helfen, diese Risiken zu begrenzen, oft machen sie Exportgeschäft überhaupt erst möglich. Kautionsversicherungen etwa setzen bei unseren Kunden zusätzliches Kapital frei und ermöglichen weitere Investitionen. Insofern sind sie für viele Unternehmen ein attraktiver und fester Teil ihrer Liquiditätsplanung.

Jahrespressekonferenz des GDV bereits im Januar

Unserer Branche ist natürlich nicht nur als Rat gebender Dienstleister unserer Kunden von der Konjunktur betroffen, sondern auch  ganz direkt. Dabei ist es zwar positiv, dass die Weltwirtschaft – und insbesondere auch die deutsche Wirtschaft – im Jahr 2018 erneut deutlich gewachsen sind. Auch die Stabilität im Finanzsystem hat sich im Vergleich zu den ersten Jahren nach der Krise gebessert. Das liegt auch an den zahlreichen regulatorischen und institutionellen Verbesserungen, die in vergangenen Jahren zum Tragen gekommen sind: etwa der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM oder die Bankenunion.

Allerdings schlagen sich diese Verbesserungen nur noch bedingt auf die Finanzmärkte durch. Die sehr hohen Erträge der Jahre 2016 und 2017 werden in diesem Jahr nicht erreicht. Im Gegenteil, bei Aktien sind seit Jahresbeginn zum Teil deutliche Kursabschläge zu verzeichnen. Und die Zinsdifferenzen bei europäischen Staatsanleihen sind zum Teil wieder spürbar gestiegen. Auch die jüngsten Nachrichten zur Gesamtkonjunktur lassen aufhorchen: Deutet sich eine Wende an? Kühlt gar die Konjunktur langsam ab?

Das ganze Bild für die Versicherungswirtschaft präsentieren wir auf der Jahrespressekonferenz unseres Verbands am 29. Januar 2019. Die aktuellen Konjunkturtrends wurden mit prominenten Gästen allerdings schon gestern diskutiert. Auf der GDV-Jahreskonferenz Volkswirtschaft und Finanzmärkte ging es um die Zinswende in den USA. Es ging um grassierenden Protektionismus: Der internationale Handel gehörte zu den Wachstumstreibern der letzten Jahrzehnte. Gleichwohl steht er in der öffentlichen Diskussion unter Beschuss – schon wegen des kurzsichtigen Diktums „America First“ des US-Präsidenten. Und es ging natürlich um den Brexit, der nun immer konkreter wird – ein einmaliger Vorgang, der die Europäische Union herausfordert.

Versicherer stützen die Exportnation Deutschland

Die gute Nachricht ist: Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Versicherungswirtschaft, der quartalsweise bestimmt wird, liegt nun schon zum vierten Mal in Folge über dem langjährigen Durchschnitt. Unsere Mitgliedsunternehmen passen ihr Geschäft offenbar zunehmend an ein herausforderndes Umfeld an; die in den zurückliegenden Quartalen sehr gute Gesamtkonjunktur wirkt sich natürlich zusätzlich positiv aus.

Und: Deutsche Exporteure können auf die Expertise unserer Branche verlassen. Unsere Branche deckt mit Exportkreditversicherungen insgesamt etwa 15 Prozent deutschen Ausfuhren und trägt Jahr für Jahr Ausfallrisiken in dreistelliger Milliardenhöhe. Damit leisten Kreditversicherer für ihre Kunden einen erheblichen Beitrag zur Prävention: Mit ihren Daten haben sie den bestmöglichen Überblick über die Risiken eines Landes, einer Branche und kennen bestenfalls sogar die wirtschaftliche Situation des Handelspartners und geben damit Orientierung und Sicherheit  – erst recht in Zeiten, in denen die Konjunktur wohl etwas an Schwung verliert und damit schwerer einschätzbar wird.

Ihr

Jörg von Fürstenwerth

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