Europa, Medieninformationen
EU-Ver­mitt­ler­richt­li­nie IDD

Trag­fä­hi­ges Fun­da­ment für euro­pa­weit fai­ren Ver­si­che­rungs­ver­trieb

Nach der grundsätzlichen politischen Einigung auf ein neues Regelwerk für den Versicherungsvertrieb liegt jetzt ein ausformulierter Textentwurf der „Insurance Distribution Directive“ (IDD) vor. Nach Einschätzung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) setzt dieser wichtige europaweite Standards für Transparenz und Beratungsqualität. Nun kommt es darauf an, dass diese Vorgaben im Interesse von Verbrauchern und Kunden umgesetzt und die Unternehmen vor überbordenden bürokratischen Detailregelungen geschützt werden.

Die kommende „Insurance Distribution Directive“ (IDD) gilt im Unterschied zur bisherigen Vermittlerrichtlinie (IMD) für alle Vertriebsaktivitäten der Versicherungswirtschaft in Europa. „Die Richtlinie ist ein tragfähiges Fundament für einen europäischen Versicherungsmarkt mit fairen, transparenten und einheitlichen Vertriebsregeln, kommentiert Axel Wehling, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung. „Dabei trägt die Richtlinie den unterschiedlichen Kundenanforderungen und gewachsenen Strukturen der nationalen Märkte Rechnung.“

Hohe Standards für Beratungsqualität

Mit europaweit einheitlichen Grundlagen für eine bessere Beratungsqualität setzt die IDD Standards für den Verbraucherschutz. Vermittler müssen künftig nicht nur ihre Ausbildung, sondern auch ihre regelmäßige berufliche Weiterbildung – europaweit mindestens 15 Fortbildungsstunden pro Jahr – nachweisen. Bisher gibt es dazu keine gesetzliche Regelung. Dass die Beratungsqualität für die deutsche Branche bereits von zentraler Bedeutung ist, zeigen die Initiative „gut beraten“ und die Verankerung der Weiterbildungspflicht im Verhaltenskodex für den Vertrieb. Beide Initiativen sind im Markt gut etabliert – das zeigt auch ihre breite Umsetzung durch Versicherer und Vermittler.

Neue Transparenzvorgaben gelten für den Vertrieb. So muss beim Verkauf einer Versicherung angegeben werden, wer die Vergütung zahlt und welcher Art (Honorar, Provision, Courtage etc.) die Vergütung ist. Es bleibt bei der Wahlfreiheit für Verbraucher: Beratungsdienstleistungen der Vermittler dürfen weiterhin über Provisionen und Honorare vergütet werden. Im Bereich der Lebensversicherungen macht der europäische Gesetzgeber allerdings zur Voraussetzung, dass Provisionen keinen „nachteiligen Einfluss“ für den Verbraucher haben dürfen. Wie ein „nachteiliger Einfluss“ zu definieren ist, muss noch festgelegt werden.

Über den finalen Text der Richtlinie stimmen EU-Parlament und EU-Rat voraussichtlich im Herbst 2015 ab. Für die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht haben die Mitgliedsstaaten 24 Monate Zeit – voraussichtlich also bis Jahresanfang 2018.

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