GDV-Kon­fe­renz zur Ver­si­che­rungs­re­gu­lie­rung 2018

Regie­rung besie­gelt Reform der Zins­zu­satz­re­serve

Das Bundesfinanzministerium hat die nötige Verordnung für die Reform der Zinszusatzreserve auf den Weg gebracht. Das sagte Finanzstaatssekretär Jörg Kukies auf einer GDV-Tagung in Berlin. Die neue Berechnungsformel tritt damit noch in diesem Jahr in Kraft.

Die Bundesregierung hat die Neuregelung der Zinszusatzreserve (ZZR) abgeschlossen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) habe die entsprechende Verordnung bereits unterschrieben, sie werde „in Kürze im Bundesgesetzblatt veröffentlicht“, kündigte Finanzstaatssekretär Jörg Kukies auf der GDV-Konferenz zur Versicherungsregulierung am Donnerstag in Berlin an. Die neue Berechnungsmethode wird damit noch in diesem Jahr wirksam.

Mit der 2011 eingeführten Zinszusatzreserve will der Gesetzgeber sicherstellen, dass die Unternehmen ihre in der Vergangenheit zugesagten Leistungen auch in einer lang andauernden Niedrigzinsphase erfüllen können. Ende 2017 umfasste der Reservetopf etwa 60 Mrd. Euro.  

Neue Berechnungsmethode

Wegen des rapiden Zinsverfalls mussten die Unternehmen zuletzt immer höhere Summen für die ZZR aufwenden und dafür zunehmend langfristige Kapitalanlagen vorzeitig verkaufen – zum Nachteil auch der Kunden. Ohne eine Neuregelung der ZZR hätten die Lebensversicherer allein in diesem Jahr weitere 20 Mrd. Euro aufbringen müssen – so viel wie nie zuvor. Mit der neuen Berechnungsmethode werden es nach Schätzungen des GDV noch etwa 5 Mrd. Euro sein.


Auch die Finanzaufsicht BaFin hatte sich für einen gleichmäßigeren Aufbau des Risikopuffers ausgesprochen und die neue Berechnungsformel mit entwickelt. „Es ist eine notwendige Korrektur einer zu scharfen Kalibrierung“, wird BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund in der aktuellen Ausgabe des BaFin-Journals zitiert. Durch die Neuregelung würden Unternehmen nicht überfordert, gleichzeitig profitierten auch die Kunden davon.

Von Karsten Röbisch

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