Erste Bilanz

Was ich in einem Jahr beim GDV gelernt habe

Jubiläen sind immer wieder ein Anlass zurückzublicken. Auch wenn man bei einem Jahr als Hauptgeschäftsführer wohl kaum von einem Jubiläum sprechen kann, geht es mir beim Blick auf den 1. Oktober doch ähnlich. Deshalb: Was ich in einem Jahr beim GDV von und über die Versicherer gelernt habe.

In den insgesamt schon 18 GDV-Monaten waren Besuche bei unseren Mitgliedsunternehmen gar nicht so leicht zu organisieren. Trotzdem hatte ich die Möglichkeit, schon im Frühjahr und Sommer 2020 mich mit einigen Unternehmens-Vorständen vor Ort zu treffen – damals immer mit Maske und manchmal mit Krawatte. Beides wird zum Glück immer seltener gebraucht. 

In Interviews bin ich immer wieder gefragt worden, warum ich denn nun ausgerechnet beim GDV gelandet sei. Ich habe in verschiedenen Funktionen aus verschiedenen Perspektiven auf den Finanzsektor geblickt. Nun ist meine Aufgabe in etwa die eines Dolmetschers: Die Anliegen der Versicherer der Politik näherzubringen – aber auch: Die Anliegen der Politik an die Mitgliedsunternehmen des GDV heranzutragen. 

Mittlerweile haben mich meine Reisen unter anderem zur Ostangler Brandgilde und Hanse Merkur im hohen Norden und der Munich Re und Allianz im tiefen Süden, der Sparkassen-Versicherung Sachsen im Osten und der Gothaer, der Ergo oder der Axa in den Westen der Republik geführt. Das eigentlich spannende sind aber nicht die geographischen Unterschiede, sondern die große Vielfalt der Unternehmen in unserem Sektor. 

Von globalen Aktiengesellschaften über regionale Kleinunternehmen, von öffentlichen Versicherungsgesellschaften, Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit mit Jahrhunderten Tradition und kleinen Startups: Unser Sektor bildet einen Querschnitt der deutschen Wirtschaft ab – gerade das macht die Stärke der deutschen Versicherer aus: Wir haben eine große Vielfalt an Unternehmen und Unternehmenskulturen. 

Die Räume der Munich Re zeugen von Jahrhunderten von Tradition und Erfahrung – und der fast klischeehafte Kreuzberger Hinterhof von WeFox mit gebrandeten Tassen und Kicker im Büro lässt gleich durchblicken, dass hier nicht auf Tradition, sondern auf neues gesetzt wird. Die Wahrheit für unseren Sektor liegt – wie wohl überall – irgendwo dazwischen. 

In meinen Gesprächen haben wir uns natürlich häufig über die großen Themen ausgetauscht. Wie können wir dafür sorgen, dass die Versicherer beim Thema Altersvorsorge auch zukünftig eine tragende Rolle spielen können? Wie können wir die Versicherungsregulierung so gestalten, dass Kunden und Finanzmärkte Sicherheit, aber Versicherer weiterhin genug Spielraum für gute Produkte haben?  

Ich beobachte auch einen Sektor, der aktiv Nachhaltigkeit gestalten möchte. Der immer digitaler denkt, mit allen Folgewirkungen und Herausforderungen, die das mitbringt. In dem neue Arbeitsformen mit einem zunächst durch die Pandemie aufgezwungenen Homeoffice nun breit angewendet werden. 

Ich habe in meinen Besuchen nicht nur die vielfältigsten Unternehmen, sondern auch vielfältigste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennengelernt. Zum Beispiel beim Reverse Mentoring mit der Gothaer. Bei diesem Austausch mit Nachwuchskräften der Gothaer haben die jungen Leute hoffentlich ähnlich viel mitgenommen wie ich. Dafür lohnt es sich, zu arbeiten! 

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