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Mobilität

Freier Zugang zu Fahrzeugdaten

Die Zukunft des Verkehrs ist digital und vernetzt: Die Versicherer plädieren für einen freien Zugang zu den Fahrzeugdaten. Sie setzen sich zudem für eine weitere Verbesserung der Sicherheit ein – nicht nur auf der Straße, sondern auch zur See. Welche weiteren politischen Positionen zum Thema Mobilität vertritt die Versicherungsbranche?

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© 3alexd / Getty Images

Mobilität verändert sich rasant: Im Auto ergänzen oder ersetzen Elektro-Antriebe die Verbrennungsmotoren, Assistenzsysteme die Fahrerinnen und Fahrer. Sharing-Angebote, Elektrofahrräder und E-Scooter prägen eine neue urbane Mobilität.

Die Vernetzung moderner Fahrzeuge untereinander und mit der umgebenden Infrastruktur ermöglichen innovative Mobilitätskonzepte und neue Dienstleistungen. Eine zukunftsgerichtete Mobilitätspolitik beschleunigt diese technologische Entwicklung, beflügelt den Wettbewerb, maximiert die Sicherheit und den Nutzen für die Menschen und fördert so die gesellschaftliche Akzeptanz des Wandels.

Unsere Positionen zur Mobilität

  • Mobilitätsdatengesetz: Wettbewerbsneutrale Nutzung ermöglichen, Datenhoheit der Nutzerinnen und Nutzer sicherstellen

    Die deutsche Versicherungswirtschaft unterstützt das Vorhaben der Bundesregierung, Verkehrsdaten wettbewerbsneutral nutzbar zu machen. Damit könnte das Mobilitätsdatengesetz auch den Zugang zu Daten aus vernetzten Fahrzeugen ermöglichen. Diese Daten sind ein wertvolles Gut: Sie bergen großes Potenzial für neue Dienstleistungen rund um das Auto. Wie gut der Markt in Zukunft funktionieren wird, hängt in erster Linie von der Frage ab, wer wann wie auf die Autodaten zugreifen und mit den Fahrerinnen und Fahrern kommunizieren kann. Hier etabliert die Automobilindustrie derzeit ein System, nach dem Halter beziehungsweise Fahrer ihre Daten nur eingeschränkt einem dritten Dienstleister über die Server des Herstellers weiterleiten können. Damit könnten die Hersteller die Datenflüsse kontrollieren und den Wettbewerb einschränken. Aus Sicht der Versicherer gehören die Daten aber nicht den Herstellern, sondern in die Hände der Verbraucher. Sie müssen frei entscheiden können, an wen sie ihre Fahrzeugdaten übermitteln. Zum anderen muss eine solche Übermittlung für alle Anbieter – Hersteller, Werkstätten, Automobilclubs, Versicherer – technisch problemlos möglich sein. Ein Mobilitätsdatengesetz sollte diese wettbewerbsneutrale Nutzung möglich machen.

  • Gesetz zum autonomen Fahren

    Die laut Koalitionsvertrag geplante inhaltliche Schärfung des Gesetzes zum autonomen Fahren sollte zwei Grundsatzentscheidungen des 2021 verabschiedeten Gesetzes nicht infrage stellen. 

    Erstens muss es für Unfallopfer hinsichtlich der Haftung bei der aktuell klaren und einfachen Regelung bleiben: Wird beim Betrieb eines Fahrzeugs ein Mensch verletzt oder eine Sache beschädigt, ersetzt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Halters oder der Halterin den Schaden. So muss sich niemand sorgen, dass er nach einem Unfall mit einem autonom fahrenden Auto schlechter behandelt wird als bislang.  

    Zweitens ermöglicht das Gesetz zum autonomen Fahren im Falle eines Unfalls den Betroffenen Zugang zu den Betriebsdaten des autonomen Fahrzeugs. Gerade bei einem autonom fahrenden Auto muss feststellbar sein, wer den Fehler gemacht hat und wer am Ende die Verantwortung trägt. Wer mangelhafte Systeme auf den Markt bringt, muss sich im Rahmen geltender Gesetze verantworten. Die Kfz-Versicherer würden entsprechende Produkthaftungsansprüche prüfen und durchsetzen. 


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  • Elektromobilität: Ausbau der Ladeinfrastruktur

    Der beschlossene Ausbau der Ladeinfrastruktur ist unter Verkehrs- und Klimaschutzgesichtspunkten ein wichtiger Schritt. Der Bau neuer, dezentraler E-Ladestellen kann die Elektromobilität und damit die Transformation zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft und Gesellschaft wesentlich voranbringen. Um die Gefahr von Bränden beim Laden wirksam zu verhindern, sind bei Planung, Installation und Betrieb der Ladestationen sicherheitstechnische Anforderungen zu beachten und bauliche, anlagentechnische sowie organisatorische Schutzmaßnahmen und Präventionsmöglichkeiten zu ergreifen. Nur sichere Ladestationen sind ein Beitrag zum Gelingen und zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Energie- und Mobilitätswende.


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  • Lkw-Abbiegeassistenten weiter fördern und Nachrüstung zur Pflicht machen

    Die Koalitionsparteien wollen den nachträglichen Einbau von Lkw-Abbiegeassistenten weiter fördern, bis ihr Einbau europaweit ab 2022 in allen neuen Fahrzeugtypen und ab 2024 in allen Neufahrzeugen zur Pflicht wird. Die Assistenten können nach Erkenntnissen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) allein in Deutschland jedes Jahr etwa 30 zu Fuß Gehende oder Rad Fahrende das Leben retten – wenn sie flächendeckend in jedem Lkw vorhanden wären. Die deutschen Versicherer sprechen sich daher dafür aus, die Förderung nicht mit Inkrafttreten der Einbaupflicht in neue Fahrzeuge zu beenden. Stattdessen sollte sie so lange fortgeführt werden, bis der gesamte Lkw-Bestand mit den lebensrettenden Assistenten ausgerüstet ist; alternativ könnte eine entsprechende Nachrüstung älterer Lkw gesetzlich vorgeschrieben werden.

  • Sichere Lkw-Stellflächen ausbauen

    Erfreulicherweise hat sich die Ampelkoalition darauf geeinigt, sichere Stellflächen für LKW an und um Autobahnen auszubauen. Das könnte perspektivisch die hohe Zahl von Ladungsdiebstählen senken. Nach den Berechnungen mehrerer Wirtschaftsverbände unter Beteiligung des GDV kommt es in Deutschland jährlich zu rund 26.000 Ladungsdiebstählen von Lkw. Ihr wirtschaftlicher Schaden ist beträchtlich: Allein die gestohlenen Güter haben einen Wert von 1,3 Milliarden Euro, weitere Schäden von 900 Millionen Euro entstehen durch Konventionalstrafen für Lieferverzögerungen, Reparaturkosten sowie Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle bei den eigentlichen Abnehmern. Verschwindend gering ist im Vergleich die Zahl der sicheren Parkplätze. Das kommt den Tätern – meist hochprofessionell agierende internationale Banden – ebenso entgegen wie der geringe Fahndungsdruck. Dieser sollte parallel zum Ausbau der sicheren Lkw-Flächen nach dem Vorbild des erfolgreich abgeschlossenen grenzüberschreitenden Projekts „Cargo“ des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt erhöht werden.


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  • Schifffahrt: Sicherheit auf Containerschiffen verbessern

    Verkehrs- und Transportsicherheit beschränkt sich nicht auf die Straße. Die deutschen Versicherer beobachten seit Jahren insbesondere durch die immer größer werdenden Containerschiffe steigende wirtschaftliche und ökologische Risiken in der Schifffahrt. Bei großen Containerschiffen passen mittlerweile weder die Manövriereigenschaften noch die Brandgefahren zu den gängigen Sicherheitssystemen. 


    Zum einen mehren sich seit zwei Jahren die Verluste von Containern, die bei schwerer See über Bord gehen – meist als Folge seitlicher Schwingungen („Rollen“), denen die Sicherung der bis zu zwölf Lagen hohen Containerstapel nicht mehr gewachsen ist. Gelangen die Container ins Meer und brechen dort auseinander, wird die wertvolle Ladung zu Müll und dieser zur Gefahr für Küsten, Fische, Vögel und andere Tiere. 


    Zum anderen haben sich die Feuerlöschsysteme auf Containerschiffen in den letzten 40 Jahren kaum weiterentwickelt. Eine wirksame Brandbekämpfung ist dadurch meist nur von außen möglich. Auf hoher See sind Brände für die Mannschaft, die Ladung und das Schiff ein enormes Risiko. 


    Der GDV hat für beide Probleme Lösungsansätze entwickelt und setzt sich auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene für ihre Umsetzung ein. 


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