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Digitalisierung

Daten schützen und Innovationen zulassen

Digitale Dienste bestimmen immer mehr den Alltag der Menschen und den Erfolg von Unternehmen. Der Gesetzgeber muss beides im Blick haben: den Datenschutz und die wirtschaftlichen Potenziale. Auch die Versicherer wollen Innovationen nutzen. Welche weiteren politischen Positionen zum Thema Digitalisierung vertritt die Versicherungsbranche?

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© gorodenkoff / Getty Images

Der digital vernetzte Alltag bestimmt unsere Lebens- und Arbeitswelt. Deshalb gehört neben der ökologischen zu Recht auch die digitale Transformation zu den zentralen Handlungsfeldern der Ampelkoalition. Der Digitalisierungs-Check für alle Gesetze trägt der Tatsache Rechnung, dass die Digitalisierung heute alle Lebenssachverhalte betrifft. Das gilt natürlich auch für Versicherer: Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung für besseren Risikoschutz, zügige Schadenbearbeitung und unkomplizierte Interaktion mit unseren Kundinnen und Kunden.

Unsere Positionen zur Digitalisierung

  • Daten für Wertschöpfung nutzen

    Digitalisierte Daten sorgen für Wertschöpfung und Wohlstand. Versicherer gehen entlang ihrer Wertschöpfungskette mit vielen Daten um, weil sie Risiken richtig einschätzen, entsprechende Angebote entwickeln und im Schadensfall schnell Hilfe leisten wollen.


    Die Förderung von Dateninfrastrukturen, wie von der Ampelkoalition vereinbart, ist dabei ein richtiges Ziel. Ebenso richtig ist, den Zugang zu Daten öffentlicher Stellen (Open Data) zu verbessern. Dabei müssen Vertrauen und Sicherheit im Einklang mit Effizienz und Anwenderfreundlichkeit im Vordergrund stehen. Sonst verlieren datenbasierte Geschäftsmodelle europäischer Unternehmen im Wettbewerb gegenüber amerikanischen Tech-Anbietern und chinesischen Staatskonzernen. 


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  • Mit kluger Regulierung Vertrauen in künstliche Intelligenz schaffen

    Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) setzt das Vertrauen aller Beteiligten voraus. KI-Systeme zur Prämienberechnung, Risikozeichnung und Schadenregulierung im Versicherungsbereich unterliegen strikten Vorgaben durch allgemeine Gesetze sowie dem strengen Regulierungsrahmen für Finanzdienstleistungen. Ebenso genügen sie den Ansprüchen der Kundinnen und Kunden an einen vertrauenswürdigen Umgang mit ihren Daten. Daten- und IT-Sicherheit und Datenschutz sind selbstverständlich für die datenbasierten Geschäftsmodelle der Versicherer. 



  • Sachverhalte angemessen regulieren, nicht eine bestimmte Technologie

    Daten zählen zum Kerngeschäft der Versicherer, sei es für die Risikobewertung, die Prämienberechnung oder die Schadenregulierung. Bestehende gesetzliche Regelungen zum Datenschutz, zum Verbraucherschutz, dem Schutz gegen unlautere Geschäftspraktiken und dem Schutz vor Diskriminierung gelten auch im Bereich der KI, denn sie sind technologieneutral. Ergänzende Regulierung sollte nur für hoch-riskante KI-Anwendungen in Betracht gezogen werden. Entscheidend ist die korrekte Abgrenzung zwischen nicht- und hoch-riskanten KI-Anwendungen. Die Einordnung von Sektoren als hochriskant sollte nach nachvollziehbaren Kriterien und nicht pauschal erfolgen. Der Versicherungsbereich ist aufgrund der bestehenden und technologieneutralen Regulierung kein hochriskanter Sektor. Daher ist auch das Bekenntnis der Ampelkoalition richtig, bei den Verhandlungen zum Artificial Intelligence Act der EU „auf einen mehrstufigen risikobasierten Ansatz zu setzen und eine innovationshemmende ex-ante-Regulierung vermeiden“ zu wollen.


  • Künstliche Intelligenz definieren

    Nicht jeder Algorithmus ist gleich schon künstliche Intelligenz. Die Definition von KI ist für den Anwendungsbereich künftiger Regulierung entscheidend. Um zukunftssicher zu sein, sollte die Definition nur KI-spezifische Konzepte und keine bekannten mathematischen Methoden, zum Beispiel lineare Modelle oder statistische Methoden, umfassen. Algorithmen, die keine Form des maschinellen Lernens oder der Selbstoptimierung enthalten, sollten nicht unter die KI-Regulierung fallen.



  • Daten schützen, Innovation ermöglichen

    Ein innovationsfreundliches Datenschutzrecht ist Voraussetzung für die Entwicklung von KI-Anwendungen. Hohe Standards des Schutzes personenbezogener Daten und die Souveränität der Verbraucher über ihre Daten müssen mit praxistauglichen Möglichkeiten ausbalanciert werden. Die bisherigen Erfahrungen mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zeigen, dass diese Balance noch nicht in allen Bereichen gelungen ist. Damit die DSGVO ihrer Rolle als internationale Standardsetzung auch in Zukunft gerecht werden kann, sollte die nächste Evaluierung zum Anlass genommen werden, bestehende Hindernisse zu beseitigen. Es muss rechtssicher möglich sein, Daten zum Training von KI zu nutzen. Vollautomatisierte Entscheidungen, die im Interesse der Kunden schnelle Vertragsabschlüsse und eine rasche Schadenregulierung ermöglichen, dürfen nicht an datenschutzrechtlichen Hürden scheitern. Das Ziel der Bundesregierung, ein ambitioniertes Abkommen für einen rechtssicheren Datentransfer auf europäischem Schutzniveau mit den USA zu erreichen, sollte hohe Priorität haben.



  • Mit Digitale Identitäten Geschäftspartnern im digitalen Raum vertrauen

    Verbraucherinnen und Verbraucher wollen digital einkaufen, im virtuellen Raum korrespondieren und Behördengänge online erledigen. Eine zuverlässige und effiziente Abwicklung dieser digitalen Geschäftsprozesse erfordert hohes Vertrauen – von beiden Seiten des digitalen Ladentisches, der Sozialmedia-Plattform oder eines virtuellen Amtes. Dafür wiederum ist ein vertrauenswürdiges und allgemein anwendbares Identitätsmanagement erforderlich. Die Ampelkoalition will dies mit Priorität angehen. Der beste Weg zu diesem Ziel ist ein sektor- und branchenübergreifendes Ökosystem, in dem bedarfs- und sicherheitsgerecht privatwirtschaftliche Lösungen genauso integriert sind wie der Personalausweis. Am Ende sollten digitale ID-Lösungen zum Einsatz kommen können, die Nutzerkomfort und Sicherheit verbinden und deshalb breit akzeptiert werden.


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  • Deutschlands Cyberresilienz gemeinsam stärken

    Cyberkriminalität ist die dunkle Seite der Digitalisierung und hat sich zu einer ernsten Bedrohung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Um die IT-Sicherheit wirksam zu stärken, ist eine Kooperation aller Akteure erforderlich. Die Ampelkoalitionäre haben dafür vielfältige Ansätze entwickelt – von der Verpflichtung staatlicher Stellen, Sicherheitslücken beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zu melden, bis hin zur Unterstützung mittelständischer Unternehmen bei Digitalisierung und IT-Sicherheit.   

    Die Versicherungswirtschaft ist für das Erreichen dieser Ziele ein starker Partner: Sie engagiert sich intensiv im Kampf gegen Cyberkriminalität und sensibilisiert insbesondere mittelständische Unternehmen für die Gefahren aus dem Netz. Versicherer verbessern die Cyber-Abwehr der Wirtschaft, indem sie die IT-Sicherheit ihrer Kunden prüfen, auf Sicherheitslücken hinweisen und – falls notwendig – Verbesserungen einfordern. So tragen die Versicherer dazu bei, den Standort Deutschland und jeden hier tätigen kleinen und mittelständischen Unternehmer zu stärken. 

  • Sicherheit im Smart Home – Update-Pflicht für Smart-Home-Geräte einführen

    Die Versicherer setzen sich dafür ein, die Menschen in einem besonders sensiblen Raum besser zu schützen – in ihrem Zuhause. Dafür müssen die Cyberrisiken von Smart-Home-Geräten wirksam und effektiv begrenzt werden. Alle Hersteller sollten daher verpflichtet werden, für eine feste Laufzeit Sicherheitsupdates automatisch auf die Geräte zu laden und den Ablauf des Supportzeitraums auf den Geräten klar zu kennzeichnen.


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