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Rente & Vorsorge

Rentenkommission: 33 Empfehlungen im Faktencheck – 3 davon sind aus Sicht der Versicherer kritisch

Die Rentenkommission hat heute ihre 33 Empfehlungen für die Zukunft der Alterssicherung in Deutschland vorgelegt. Der GDV begrüßt die Grundrichtung der Vorschläge. Problematisch sind aus Sicht des Verbandes vor allem Vorschläge, die zusätzliche Vorsorge stärker in staatlichen Strukturen bündeln würden.

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© gettyimages / frankpeters

Aus Sicht des Verbandes setzt die Kommission wichtige Impulse, um die Altersvorsorge langfristig demografiefester zu machen und kapitalgedeckte Elemente zu stärken. Die große Mehrheit der Empfehlungen bewertet der GDV positiv oder als grundsätzlich sinnvoll. Problematisch sind aus Sicht des Verbandes vor allem Vorschläge, die zusätzliche Vorsorge stärker in staatlichen Strukturen bündeln würden. 

„Mehr Kapitaldeckung in der Altersvorsorge ist richtig. Die entscheidende Frage ist aber, wie sie organisiert wird. Je mehr Umlage und Kapitaldeckung bei derselben Institution liegen, desto größer wird der politische Einfluss auf Anlageentscheidungen. Das schwächt das System langfristig“, sagt Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV.

Bei drei Empfehlungen hat der GDV jedoch klare Vorbehalte:

Eine gesetzliche Kapitalrente nach schwedischem Vorbild würde ein zusätzliches staatlich verwaltetes System neben die bestehenden Säulen stellen. Das birgt Risiken politischer Einflussnahme auf die Kapitalanlage, schafft neue Bürokratie und kann den wettbewerblichen Ausbau kapitalgedeckter Vorsorge schwächen. Grundsätzlich ist mehr Kapitaldeckung richtig und notwendig. Der Aufbau neuer staatlicher Vorsorgestrukturen ist dafür jedoch nicht erforderlich. Aus Sicht des GDV sollte die Politik daher vorrangig die bestehenden Strukturen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge stärken. Dort sind Produktkompetenz, Regulierung, Beratung und Infrastruktur bereits vorhanden.

Vor diesem Hintergrund sollte auch die Frühstart-Rente nicht als Zubringer zu einer gesetzlichen Kapitalrente ausgestaltet werden. Der Sinn der Frühstart-Rente ist aus Sicht des Verbandes nicht, dass Kinder frühzeitig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sondern dass sie schon in jungen Jahren eine privatwirtschaftlich organisierte Altersvorsorge aufbauen.  Ihr Zweck sollte darin liegen, Kinder und Jugendliche früh an kapitalgedeckte Vorsorge heranzuführen, ihnen den Aufbau eigener Vorsorgeansprüche zu ermöglichen und einen Beitrag zur finanziellen Bildung liefern. Das gelingt am besten, wenn Eltern und junge Menschen Wahlfreiheit haben und private Anbieter im Wettbewerb stehen. Eine einseitige Lenkung in ein staatliches System wäre kein Beitrag zu mehr Vielfalt und würde vor allem keinen Beitrag zur finanziellen Bildung leisten, da der Staat das Signal senden würde: Wir machen das schon für Dich.  

Vorbehalte hat der Verband zudem gegenüber der Empfehlung, neue Selbstständige verpflichtend und ohne Opt-out-Möglichkeit in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Viele Selbstständige sorgen bereits eigenverantwortlich für das Alter vor und nutzen dabei flexible, auf ihre Lebenssituation zugeschnittene Vorsorgelösungen. Diese Wahlfreiheit sollte erhalten bleiben.  

Die Einzelbewertungen aller 33 Empfehlungen hat der GDV in einem ausführlichen Faktencheck zusammengefasst.  

Empfehlung 1: Nettoersatzquote von 70 Prozent als politische Zielgröße

GDV-Einschätzung: Grundsätzlich sinnvoll

Das DIW hatte im Auftrag des GDV in einer Studie ermittelt, dass die Menschen sich 78 Prozent von ihrem letzten Nettolohn für ihre Rente wünschen. Als Mindestmaß, um über die Runden zu kommen, wurden 58 Prozent ermittelt. Daher ist aus GDV-Sicht die Nettoersatzquote als Zielgröße grundsätzlich sinnvoll, da sie den Blick auf das tatsächliche Versorgungsniveau im Alter lenkt. Entscheidend ist jedoch, dass die 70 Prozent als Gesamtversorgungsziel aus allen drei Säulen verstanden werden. Wer diese Quote allein der gesetzlichen Rente zuschreibt, weckt Erwartungen, die das System nicht erfüllen kann und verkennt die Notwendigkeit betrieblicher und privater Vorsorge verschleiert

Empfehlung 2: Nettoersatzquote regelmäßig ausweisen

GDV-Einschätzung: Positiv

Die transparente Darstellung des Gesamtversorgungsniveaus unter Einbeziehung aller drei Säulen ist aus GDV-Sicht ausdrücklich zu begrüßen. Sie macht sichtbar, was die gesetzliche Rente allein leisten kann und wo betriebliche und private Vorsorge zwingend ergänzen müssen.

Empfehlung 3: Indikatorik für Monitoring der Altersvorsorge weiterentwickeln

GDV-Einschätzung: Positiv

Eine bessere Datenbasis und ein weiterentwickeltes Monitoring sind grundsätzlich positiv zu bewerten. Es ist wichtig, dass das Monitoring alle drei Säulen gleichwertig und vollständig erfasst. Nur so lässt sich beurteilen, wo Versorgungslücken entstehen und welche politischen Maßnahmen tatsächlich wirken.

Empfehlung 4: Digitale Rentenübersicht als Planungstool weiterentwickeln

GDV-Einschätzung: Positiv

Die Weiterentwicklung der Digitalen Rentenübersicht zu einem echten Informations- und Planungstool unterstützt der GDV ausdrücklich.  

Empfehlung 5: Regelaltersgrenze nach 2031 an Lebenserwartung koppeln

GDV-Einschätzung: Grundsätzlich sinnvoll

Eine an die Lebenserwartung gekoppelte Regelaltersgrenze ist demografisch konsequent und aus GDV-Sicht langfristig unausweichlich. Die vorgeschlagene Aufteilung im Verhältnis 2:1 zwischen Erwerbs- und Rentenphase ist ein ausgewogener Ansatz, der die Lasten fair verteilt.  

Empfehlung 6: Abschlagsfreien Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte abschaffen

GDV-Einschätzung: Positiv

Aus Sicht des GDV ist dies eine folgerichtige und überfällige Empfehlung. Abschlagsfreie Frührentenregelungen belasten die Versichertengemeinschaft und setzen falsche Anreize für einen frühen Renteneintritt. Ihre Abschaffung ist ein notwendiger Schritt zu mehr Generationengerechtigkeit und zur langfristigen Stabilisierung des Systems.

Empfehlung 7: Keine Rentenregelung allein nach Beitragsjahren

GDV-Einschätzung: Positiv

Eine Regelung, die ausschließlich auf Beitragsjahre abstellt und die gestiegene Lebenserwartung ignoriert, würde die Jüngeren einseitig belasten und die Finanzierbarkeit des Systems zusätzlich gefährden. Die Empfehlung ist sachgerecht und konsequent.

Empfehlung 8: Altersgrenze Rente für langjährig Versicherte von 63 auf 64 Jahre anheben

GDV-Einschätzung: Positiv

Eine Anhebung des möglichen Renteneintrittsalters von 63 auf 64 ist positiv, da dadurch die Erwerbsbeteiligung erhöht wird und die Finanzen der GRV entlastet werden.

Empfehlung 9: Umrechnungsfaktoren versicherungsmathematisch berechnen und aktualisieren

GDV-Einschätzung: Positiv

Die Anhebung des Renteneintrittsalters in Kombination mit versicherungsmathematisch korrekten Abschlägen stärkt die Erwerbsbeteiligung.

Empfehlung 10: Fallmanagement und Gesundheitsvorsorge wissenschaftlich begleiten

GDV-Einschätzung: Grundsätzlich sinnvoll

Eine sinnvolle flankierende Maßnahme. Wer länger gesund arbeiten kann, stärkt die Beitragsbasis und entlastet die Rentenkasse. Die enge wissenschaftliche Begleitung stellt sicher, dass Wirkung und Kosten dieser Maßnahmen transparent bleiben und bei Bedarf nachgesteuert werden kann.

Empfehlung 11: Hinterbliebenenversorgung an gesellschaftliche Realität anpassen

GDV-Einschätzung: Hat Potential

Es kommt auf die konkrete Ausgestaltung an. Ein Rentensplitting in Kombination mit der Abschaffung der Witwenrente könnte die gesetzliche Rentenversicherung entlasten. Wer möchte, kann Hinterbliebene auch privat absichern.

Empfehlung 12: Reha-Budget in der GRV an tatsächlichem Bedarf orientieren

GDV-Einschätzung: Unklar

Die Auswirkungen dieser Maßnahme sind unklar. Bei der Ausgestaltung des Reha-Budgets müssen Kosten und Nutzen konsequent berücksichtigt werden.

Empfehlung 13: Altersteilzeit-Altersgrenze auf 58 Jahre anheben, Blockmodell abschaffen

GDV-Einschätzung: Positiv

Aus GDV-Sicht konsequent und richtig. Das Blockmodell der Altersteilzeit hat in der Praxis vor allem als Frühverrentungsinstrument gedient und erhebliche Kosten verursacht.  

Empfehlung 14: Nachhaltigkeitsfaktor reaktivieren, alpha auf 0,33 erhöhen

GDV-Einschätzung: Überwiegend positiv mit Vorbehalten

Der Nachhaltigkeitsfaktor ist das zentrale Instrument, um die Lasten des demografischen Wandels fair zwischen Rentnern und Beitragszahlern zu verteilen. Seine politisch motivierte Aussetzung war ein Fehler. Die Kopplung mit der der kapitalgedeckten Zusatzversorgung in der GRV sehen wir kritisch.

Empfehlung 15: Übergangsfaktor für Rentenneuzugänge ab 2032 einführen

GDV-Einschätzung: Mit Vorbehalt

Der Übergangsschutz ist nachvollziehbar, erhöht den Bedarf an Steuermitteln, was den Bundeshaushalt weiter belasten dürfte.  

Empfehlung 16: Einheitlichen Beitragssatz beibehalten

GDV-Einschätzung: Positiv

Der GDV begrüßt das Festhalten am einheitlichen Beitragssatz auf Löhne und Gehälter sowie die Entscheidung, keine weiteren Einkunftsarten in die Verbeitragung einzubeziehen.  

Empfehlung 17: Nicht beitragsgedeckte Leistungen transparent ausweisen und aus Bundesmitteln finanzieren

GDV-Einschätzung: Positiv

Nicht beitragsgedeckte Leistungen transparent auszuweisen, stärkt Beitragsklarheit und leistet einen Beitrag zur Begrenzung sachfremder Belastungen der GRV.  

Empfehlung 18: Verdeckte Armut im Alter bekämpfen

GDV-Einschätzung: Positiv

Durch einen konsequenten Ausbau der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Altersvorsorge könnte die Bundesregierung einen erheblichen Beitrag zum Abbau der künftigen Altersarmut leisten.

Empfehlung 19: Anrechnungsregeln in der Grundsicherung zugunsten von Beitragszahlern anpassen

GDV-Einschätzung: Positiv

Wer jahrzehntelang Beiträge gezahlt und eigenverantwortlich vorgesorgt hat, muss im Alter spürbar mehr haben als jemand, der dies nicht getan hat.  

Empfehlung 20: Regelung zur vorzeitigen Verrentung von Langzeitarbeitslosen dauerhaft abschaffen

GDV-Einschätzung: Grundsätzlich sinnvoll

Die dauerhafte Abschaffung schützt Betroffene vor Abschlägen in der gesetzlichen Rentenversicherung, weil sie im Falle von Arbeitslosigkeit ab dem 63. Lebensjahr nicht mehr vorzeitig in Rente wechseln müssen, sondern weiterhin Leistungen der Grundsicherung beziehen können.  

Empfehlung 21: Erwerbstätigenversicherung als langfristiges Idealbild

GDV-Einschätzung: Unklar mit Vorbehalt

Die Idee einer Erwerbstätigenversicherung wirft in der praktischen Umsetzung aus GDV-Sicht erhebliche Fragen auf. Jeder muss selbst entscheiden können, in welchem Sicherungssystem er für das Alter vorsorgt. Hier ist große Sorgfalt geboten, bevor konkrete Schritte unternommen werden.

Empfehlung 22: Neue Selbständige verpflichtend in die GRV einbeziehen

GDV-Einschätzung: Kritisch

Die Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung, ohne Opt-Out, sehen wir kritisch. Selbstständige sollten zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und der insolvenzfesten und pfändungssicheren Basisrente wählen können. Ihr Leistungsspektrum folgt der gesetzlichen Rentenversicherung, und sie wird auch steuerlich entsprechend behandelt.

Empfehlung 23: Reformen wirkungsgleich auf Beamtenversorgung übertragen

GDV-Einschätzung: Grundsätzlich sinnvoll

Die Übertragung der Reformparameter auf die Beamtenversorgung und der Vorschlag, weniger zu verbeamten, lösen ein Gerechtigkeitsproblem.

Empfehlung 24: Abgeordnete des Bundestages und der Landesparlamente in die GRV einbeziehen

GDV-Einschätzung: Positiv

Die Einbeziehung von Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung kann ein Signal gemeinsamer Verantwortung sein. Sie ersetzt aber keine strukturellen Reformen. Für die Zukunft der Rente kommt es vor allem darauf an, das Gesamtsystem finanzierbar, verlässlich und generationengerecht weiterzuentwickeln

Empfehlung 25: Vorstände von Aktiengesellschaften in die GRV einbeziehen

GDV-Einschätzung: Grundsätzlich nachvollziehbar

In der Wirkung begrenzt, da diese Gruppe zahlenmäßig klein ist.  

Empfehlung 26: Minijobs ohne Opt-out in die GRV einbeziehen

GDV-Einschätzung: Grundsätzlich nachvollziehbar

Das Ziel, auch Minijobbende rentenversicherungspflichtig zu machen, ist nachvollziehbar.  

Empfehlung 27: Kapitalgedeckte Elemente in der Alterssicherung stärken

GDV-Einschätzung: Positiv

Aus GDV-Sicht ist die grundsätzliche Stoßrichtung richtig. Mehr Kapitaldeckung ist der Schlüssel zu mehr Generationengerechtigkeit und zur Stabilisierung des Gesamtversorgungsniveaus. Entscheidend ist dabei, dass der Ausbau kapitalgedeckter Elemente vorrangig über die bewährten Strukturen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge erfolgt und nicht durch staatliche Parallelstrukturen in der gesetzlichen Rentenversicherung ersetzt wird.

Empfehlung 28: Gesetzliche Kapitalrente einführen (2 Prozent zusätzlicher Beitragssatz, schwedisches Modell)

GDV-Einschätzung: Kritisch

Das schwedische Modell lässt sich nicht eins zu eins übernehmen. Kapitaldeckung ist richtig, aber der gewählte Weg birgt erhebliche Risiken. Ein neues, staatlich zentralverwaltetes System nach schwedischem Vorbild bindet Ressourcen, schafft bürokratische Doppelstrukturen und öffnet die Tür für politische Einflussnahme auf die Kapitalanlage. Zudem zeigt der internationale Vergleich, dass schwedische Rentenleistungen nicht signifikant höher liegen als das, was über die bestehenden deutschen Säulen erreichbar wäre.

Die Kommission illustriert ihren Vorschlag mit einer Zusatzrente von rund 770 Euro nach 45 Jahren bei einem zusätzlichen Beitragssatz von 2 Prozent. Rechnet man mit einer jährlichen Inflation von etwa 2 Prozent, entspricht das aber nur ungefähr 300 Euro heutiger Kaufkraft. Selbst eine nominelle Zusatzrente von 500 Euro läge real nur bei gut 200 Euro. Die gesetzliche Kapitalrente kann damit ein zusätzlicher Baustein sein, reicht aber allein nicht aus, um Versorgungslücken zu schließen. Schneller, verlässlicher und effizienter gelingt mehr Kapitaldeckung über den konsequenten Ausbau der zweiten und dritten Säule.

Empfehlung 29: Sozialpartnerdialog zur Verbreitung der bAV im Jahr 2026

GDV-Einschätzung: Positiv

Die Kommission schlägt vor, noch 2026 einen Sozialpartnerdialog zum raschen Ausbau der betrieblichen Altersversorgung einzuleiten. Entscheidend ist, dass dieser Dialog konsequent genutzt wird und zu wirksamen Ergebnissen führt. Eine nahezu flächendeckende Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung wird nur mit mehr Verbindlichkeit erreichbar sein.

Empfehlung 30: Attraktivität der bAV durch Bürokratieabbau, Portabilität und bessere Förderung erhöhen

GDV-Einschätzung: Positiv

Aus GDV-Sicht ist es eine der wichtigsten Empfehlungen für die Praxis. Komplexität und Bürokratie sind die größten Hemmnisse für eine breitere Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen. Einfachere Zugänge, bessere Portabilität beim Arbeitgeberwechsel und eine verlässliche Förderung für Geringverdiener sind der Schlüssel, damit die bAV endlich auch dort ankommt, wo sie bisher fehlt.

Empfehlung 31: Frühstart-Rente mit gesetzlicher Kapitalrente verzahnen

GDV-Einschätzung: Kritisch

Die Kommission empfiehlt, die Frühstart-Rente in die gesetzliche Rente einzubeziehen. Der Sinn der Frühstart-Rente ist nicht, dass Sechsjährige in die GRV einzahlen, sondern dass sie (laut Koalitionsvertrag) frühzeitig eine privatwirtschaftlich organisierte Altersvorsorge aufbauen. Eltern und junge Menschen sollten selbst entscheiden können, welchem Anbieter sie vertrauen. So leistet die Frühstart-Rente einen Beitrag zur finanziellen Bildung, ohne zusätzliche Vorsorge einseitig in staatliche Strukturen zu lenken.

Die Kommission regt darüber hinaus an, zu prüfen, ob der öffentliche Fonds für die gesetzliche Kapitalrente auch in der geförderten privaten Altersvorsorge eingesetzt werden kann. Zusätzliche Kapitaldeckung darf aus Sicht des GDV jedoch nicht schrittweise in staatlichen Strukturen gebündelt werden. Wird ein öffentlicher Fonds in der privaten Vorsorge eingesetzt, muss er ohne strukturelle Vorteile und unter denselben Wettbewerbsbedingungen wie private Anbieter agieren. 

Empfehlung 32: Monitoring der privaten Altersvorsorge

GDV-Einschätzung: Positiv

Ein enges Monitoring der Wirkung der bereits beschlossenen Reformen in der privaten Altersvorsorge ist aus GDV-Sicht sinnvoll und notwendig. Es schafft die Evidenzbasis für weitere politische Entscheidungen. Aus GDV-Sicht wird das Monitoring zeigen, dass ein staatliches Vorsorgeprodukt unter fairen Wettbewerbsbedingungen keinen Mehrwert gegenüber privatwirtschaftlichen Lösungen bietet.

Empfehlung 33: DRV organisatorisch weiterentwickeln

GDV-Einschätzung: Positiv

Eine verwaltungstechnische, aber wichtige Empfehlung. Eine leistungsfähige, effiziente und bürgernahe Deutsche Rentenversicherung ist Grundvoraussetzung für das Vertrauen in das Gesamtsystem. Effizienzgewinne in der Verwaltung kommen letztlich den Versicherten zugute und entlasten den Bundeshaushalt.

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