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Rente & Vorsorge

Versicherer zur Rentenkommission: Mehr Kapitaldeckung ja, aber nicht zentral beim Staat gebündelt

Die Expertenkommission zur Alterssicherung wird morgen ihren Abschlussbericht vorlegen. Der GDV teilt das Ziel, mehr Kapitaldeckung in der Altersvorsorge zu verankern. Kritisch sieht der Verband jedoch die Tendenz, immer mehr Vorsorge in staatlicher Verantwortung zu konzentrieren.

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© gettyimages / Luthfi Syahwal

„Mehr Geld für die Rente am Kapitalmarkt anzulegen, ist der Schlüssel zu mehr Generationengerechtigkeit. Aber die Kommission verlagert davon zu viel in staatliche Strukturen. Je mehr Umlage und Kapitaldeckung bei derselben Institution liegen, desto größer wird der politische Einfluss auf Anlageentscheidungen und Leistungsumfang“, so Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.  

Vorbild Schweden nicht blind kopieren  

Die von der Kommission empfohlene gesetzliche Kapitalrente nach schwedischem Vorbild kann dazu beitragen, das Gesamtversorgungsniveau und die erste Säule demografiefester zu machen. Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente ist damit ein wichtiger Schritt, aber kein Ersatz für eine konsequente Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Erst wenn alle drei Säulen ihren Beitrag leisten, entsteht langfristig eine robuste und generationengerechte Alterssicherung.  „Fast die Hälfte der Beschäftigten hat heute keine Betriebsrente. Das ist das eigentliche Problem, das jetzt angegangen werden muss“, so Asmussen.  

Frühstart-Rente darf keine Einbahnstraße werden  

Die Kommission empfiehlt, die Frühstart-Rente eng mit der gesetzlichen Kapitalrente zu verzahnen. „Der Sinn der Frühstart-Rente ist nicht, dass Sechsjährige in die gesetzliche Rente einzahlen, sondern dass sie frühzeitig eine privatwirtschaftlich organisierte Altersvorsorge aufbauen“, so Asmussen. Eltern und junge Menschen sollten selbst entscheiden können, welchem Anbieter sie vertrauen. Eine Einbahnstraße Richtung Staat ist der falsche Ansatz. 

GDV fordert echtes Drei-Säulen-System  

Eine zukunftsfeste Alterssicherung steht und fällt mit dem Zusammenspiel aller drei Säulen. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen profitieren heute noch viel zu wenige Beschäftigte von einer Betriebsrente. Auch die private Vorsorge muss für möglichst viele Menschen zugänglich und attraktiv sein. Stabil ist ein System, in dem der Staat für eine verlässliche erste Säule sorgt, Betriebsrenten kollektiv über Arbeitgeber organisiert werden und die private Vorsorge als individuelle Ergänzung wirkt. „Dieses Reform-Zeitfenster kommt so schnell nicht wieder. Wer es verstreichen lässt, ohne die zweite und dritte Säule ernsthaft zu stärken, sitzt in zehn Jahren wieder am selben Tisch“, so Asmussen.

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