E6-Versicherer fordern entschlossenes Handeln für ein wettbewerbsfähiges Europa
Anlässlich des heutigen Treffens der E6-Finanzminister in Berlin haben die Versicherungsverbände der sechs größten europäischen Märkte – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und Polen – einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Die Verbände fordern von der EU und den Mitgliedstaaten einen grundlegenden Kurswechsel: Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum müssen zum Leitprinzip europäischer Regulierung werden.
Dazu sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen:
„Die E6-Gruppe ist ein lohnender Versuch, unter anderen beim Thema Savings- und Investmentunion Fortschritte zu erzielen. Am Ende braucht man Beschlüsse der EU27 für den ganzen Binnenmarkt, aber dass eine Gruppe von sechs Ländern den Versuch unternimmt, voranzugehen und Lösungen zu skizzieren, ist zu begrüßen. Wenn man ehrlich ist, sind die Fortschritte bei der Savings- und Investmentunion, dem neuen Label für die Kapitalmarktunion, bisher bescheiden. Gerade in der Mischung aus geopolitischem Druck und wirtschaftlicher Schwäche in zahlreichen europäischen Staaten braucht es die volle Kraft des europäischen Binnenmarktes, um wirtschaftlich und damit auch politisch stärker zu werden. Notwendig sind dabei vor allem echte angebotsseitige Strukturreformen, national wie europäisch, um die volle Wirkung des europäischen Binnenmarktes zu entfalten. Daher haben die Versicherungsverbände der sechs größten europäischen Versicherungsmärkte, die Versicherungs-Sechs, analog zu den E6-Staaten, gemeinsame Vorschläge gemacht, um den Finanz- und Versicherungsstandort Europa zu stärken.“
E6-Versicherer mit volkswirtschaftlicher Bedeutung für die EU
Die sechs Märkte repräsentieren mehr als 73 Prozent des europäischen Versicherungsmarktes. Mit einem verwalteten Kapitalvermögen von 6,6 Billionen Euro, davon mehr als 70 Prozent in der EU investiert, sind Versicherer und Rückversicherer ein zentraler Finanzier der europäischen Realwirtschaft. 2024 regulierten Schaden- und Unfallversicherer Schäden im Wert von 289 Milliarden Euro, Lebensversicherer zahlten Leistungen von knapp 490 Milliarden Euro aus.
Konkret fordern die E6-Verbände unter anderem eine ambitioniertere Umsetzung der Spar- und Investitionsunion, Erleichterungen bei der IRRD, den Abbau von Überschneidungen zwischen DORA und dem Cyber Resilience Act sowie den Rückzug der FIDA-Verordnung zum verpflichtenden Finanzdatenaustausch. Beim Thema Künstliche Intelligenz verlangen die Verbände, dass etablierte statistische Modelle nicht pauschal unter die KI-Definition fallen.
Auch an die Mitgliedstaaten richtet sich der Appell: Bei der nationalen Umsetzung von EU-Regeln müsse jedes sogenannte „Gold-Plating" – also das Draufsatteln zusätzlicher nationaler Anforderungen – strikt vermieden werden.
Über die E6-Initiative
Die E6-Gruppe wurde Anfang 2026 auf Initiative Deutschlands und Frankreichs gegründet und umfasst die sechs größten Volkswirtschaften der EU. Ziel ist die gemeinsame Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Souveränität Europas.
Das Positionspapier der E6-Versicherungsmärkte zum Download (engl.):