Neuer Bericht zeigt Potential und Herausforderungen des Finanzplatzes Frankfurt
Der erste Finanzplatzbericht Frankfurt untersucht Voraussetzungen, um ausreichend Kapital für Digitalisierung, Infrastruktur, Energieversorgung und Verteidigungsfähigkeit mobilisieren zu können.
Die Mobilisierung von Kapital ist für den Wohlstand in Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung. Jedoch reichen Tiefe und Funktionsfähigkeit der deutschen und europäischen Kapitalmärkte noch nicht aus, um diese Herausforderung zu bewältigen. Das geht aus dem neuen Finanzplatzbericht der Initiative Frankfurt Main Finance hervor, zu deren Mitgliedern unter anderem das Land Hessen, die Stadt Frankfurt, Akteure der Finanzmärkte und deren Dienstleister sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen gehören. Die Versicherungswirtschaft ist einer der größten institutionellen Investoren in Europa und trägt maßgeblich zur Finanzierung von Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Innovation bei.
Finanzplatz braucht Reformen
Die Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt sei notwendig, um ausreichend Kapital für die Digitalisierung, die Modernisierung und Transformation von Infrastruktur und Energieversorgung sowie Verteidigungsfähigkeit zu mobilisieren. Frankfurt ist der wichtigste Finanzplatz der EU. Damit er wettbewerbsfähig für Unternehmen, Investoren und Fachkräfte bleibt, werden Reformen auf nationaler und europäischer Ebene gefordert. Genannt werden effiziente Verwaltungsstrukturen, moderne Einwanderungs- und Arbeitsregelungen sowie ein konkurrenzfähiges steuerliches und regulatorisches Umfeld. Auch Bürokratieabbau ist wichtig für die Leistungsfähigkeit des Finanzplatzes.
Stärkung der Kapitalmarktkultur in Deutschland
Ein besonderer Fokus liegt auf der Mobilisierung von privatem Kapital. Das gilt besonders für die betriebliche und private Altersvorsorge. Eine breitere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Kapitalmarkt sei nötig, um Vorsorgelücken zu schließen, die durch den demografischen Wandel entstehen. Die Kapitalmarktkultur in Deutschland sei jedoch weiterhin unterentwickelt. Das bremse Wachstum, Innovation und Resilienz.
Finanzielle Stabilität in Europa sichern
Die Versicherer investieren erhebliche Summen in die europäische Wirtschaft: Rund 8,6 Billionen Euro Kapitalanlagen von Erst- und Rückversicherern im europäischen Wirtschaftsraum fließen überwiegend in Staatsanleihen, Unternehmensfinanzierungen und Infrastrukturprojekte. Damit sichern Versicherer die Finanzierung öffentlicher Haushalte und privater Unternehmen in Europa gleichermaßen.
Hessen ist wichtiger Standort für die Versicherungswirtschaft
Frankfurt ist ein relevanter Standort für Versicherungsunternehmen. Insgesamt 69 Versicherungsunternehmen sind in Hessen ansässig. Im Jahr 2024 haben sie Bruttobeiträge in Höhe von insgesamt rund 36 Milliarden Euro erwirtschaftet. Rund 31.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Versicherungsunternehmen und im Vermittlergewerbe zählt die Versicherungswirtschaft in Hessen - insbesondere in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Bad Homburg. Damit ist die Versicherungswirtschaft ein wichtiger Arbeitgeber im Bundesland.
Der GDV hat für die Erstellung des Finanzplatzberichtes Zahlen und Daten der Versicherungswirtschaft bereitgestellt. Den vollständigen Bericht finden Sie hier.