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Nachhaltigkeit

TransVer Preis 2026: GDV zeichnet „Donau 2850" von Wasser 3.0 aus

Wie sich im zweitlängsten Fluss Europas Mikroplastik messen und zu wiederverwendbarem Makroplastik zusammenfügen lässt, zeigt das Projekt „Donau 2850“. Dafür zeichnet der GDV die Karlsruher Wasser 3.0 gGmbH mit dem TransVer Preis 2026 aus. Der Preis würdigt damit in diesem Jahr ein Projekt, das zeigt, dass nachhaltige Transformation in der Praxis funktioniert.

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© Christian Kruppa / GDV

Katrin Schuhen (l.), Gründerin der Wasser 3.0 gGmbH, bei ihrer Dankesrede für den TransVer Preis 2026. Der Preis, überreicht von GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen (r.), zeichnet das Projekt „Donau 2850" aus.

Für das Projekt „Donau 2850" hat der Extremschwimmer Joseph Heß in knapp 60 Tagen die gesamte Donau durch zehn Länder durchschwommen und verbrachte dafür täglich zwischen acht und zwölf Stunden im Wasser. Entlang der Strecke wurden Wasserproben entnommen, die das Team um die Chemikerin und Wasser-3.0-Gründerin Katrin Schuhen auf Mikroplastik untersuchte. Anfang September erreichte Heß das Schwarze Meer. 

Das Ergebnis ist die erste durchgehende Mikroplastik-Kartierung der Donau. Mehr als 250 Probenahmestellen waren geplant, knapp 400 Proben wurden analysiert. Sie zeigen: Die Belastung steigt nicht gleichmäßig flussabwärts an, sondern es gibt klar erkennbare Eintragsstellen. Auch einzelne Zuflüsse weisen teils höhere Konzentrationen auf als die Donau selbst. Genau dort lässt sich ansetzen. 

Anfangen, statt auf die große Lösung zu warten

„Das Projekt ist mit dem letzten Schwimmzug nicht beendet”, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen in seiner Laudatio. „Es geht darum, was man mit diesem Wissen macht.” Wasser 3.0 bleibe nicht bei der Problembeschreibung stehen, sondern arbeite daran, Mikroplastik wieder aus dem Wasser zu entfernen. Das Team habe ein Verfahren entwickelt, das kleine Kunststoffpartikel zu größeren Einheiten bündelt. Aus Mikroplastik werde so Makroplastik, das sich entfernen und weiterverwerten lasse. Der Verband setzt sich seit Jahren unter anderem am Runden Tisch Meeresmüll gegen Verschmutzung durch Mikroplastik ein. Transportversicherer zahlen für die Reinigung von Ufern und Stränden, wenn sie zum Beispiel auf verlorene Schiffsladung zurückzuführen ist.    

Asmussen hob hervor, dass Wasser 3.0 eine vergleichsweise kleine Organisation ist: „Sie warten nicht auf die große Lösung, sondern fangen einfach an. Sie haben ein konkretes Problem, haben es gemessen und entwickeln nun Lösungen.” Dieser Ansatz reiche weit über die eigene Organisation hinaus. Die sportliche Leistung von Joseph Heß verbinde Innovation mit persönlicher Hingabe und mache zudem ein Problem sichtbar, das mit bloßem Auge kaum zu erkennen sei. 

Daten als Grundlage für Politik und Versicherer

Schuhen dankte im Namen ihres siebenköpfigen Teams für die Auszeichnung. Man könne nun die Hotspots benennen, an denen Mikroplastik in die Donau gelangt. Damit sei auch der Weg bereitet für Versicherer und Politik: Es lägen erstmals vergleichbare Daten vor, nicht nur für die Donau, sondern auch für weitere Flüsse, die nach demselben Prinzip beprobt wurden. Die Daten stünden der EU und Deutschland zur Verfügung. „Es wird Zeit, dass wir alle die Stimme für unser Wasser erheben”, so Schuhen. 

Der TransVer Preis wird seit 2021 im Rahmen des jährlich stattfindenden TransVer Day des GDV verliehen. Bisherige Preisträger waren Klima°vor acht, Klimadelegation eV, Creactiv für Klimagerechtigkeit, Cradel 2 Cradel und Klimafakten.  

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