Digitale Rentenübersicht: Herausforderungen für eine bessere Verbreitung
Die Digitale Rentenübersicht wird im Sommer drei Jahre alt. Wo das Projekt heute steht und welche Herausforderungen zu bewältigen sind, um mehr Menschen zu erreichen, wurde auf einer GDV-Veranstaltung diskutiert.
Im GDV diskutierten über die Digitale Rentenübersicht von links: Konrad Haker vom Bundesarbeitsministerium; Imke Petersen von der Deutschen Rentenversicherung; Michael Rasch, Leiter des dänischen Renteninformationssystems Pensionslnfo.dk. und Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV.
Die Altersvorsorge in Deutschland gilt vielen Menschen als kompliziert und unübersichtlich. Die Digitale Rentenübersicht soll das ändern. Die Idee dahinter ist einfach: Ein verständlicher Gesamtüberblick über die gesammelten Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge gebündelt in einem Online-Portal. Das macht die Digitale Rentenübersicht zu einem wichtigen Projekt für mehr Transparenz in der Altersvorsorge. Jedoch würden viele Menschen gar nicht wissen, dass die Digitale Rentenübersicht einen Gesamtüberblick über alle drei Säulen bietet und nicht bloß die digitalisierte Version der Standmitteilung der Rentenversicherung ist, berichtet Imke Petersen, Leiterin der Zentralen Stelle für die Digitale Rentenübersicht bei der Deutschen Rentenversicherung.
Starker Start, heute stagnierende Nutzerzahlen
Gestartet ist die Digitale Rentenübersicht am 30. Juni 2023. Damals gab es bereits am ersten Tag 9.500 Anfragen. Knapp drei Jahre später bleibt die Nutzeranzahl aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Rund 363 Tausend Nutzerinnen und Nutzer haben sich bis heute registriert. Bei 58,8 Millionen Menschen mit Rentenanwartschaften in Deutschland ist das noch ein sehr kleiner Anteil.
Die zentrale Frage ist also: Wie kann die Digitale Rentenübersicht künftig noch nutzerfreundlicher, relevanter und wirkungsvoller werden? Konrad Haker vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt die Weiterentwicklung des Onlineportals vom reinen Informationsanbieter hin zu einem „Rentenlabor“ in Aussicht. Die Nutzerinnen und Nutzer könnten dort erfahren, was ihre Rente inflationsbereinigt zum Beginn der Auszahlphase wert ist, welche lebenslange Rente sich bei Einmaleinzahlungen generieren lässt und wie hoch die Renten insgesamt über alle drei Säulen und über alle Produkttypen hinweg sind.
Digitale Rentenübersicht soll verständlich und leicht zugänglich sein
Auch der GDV setzt sich für eine Erweiterung der Funktionen ein. Möglich sind zum Beispiel verständliche Prognosen, Szenarien, Visualisierungen oder auch konkrete Handlungsempfehlungen. Zudem muss der Zugang erleichtert werden. Dass es derzeit die Online-Ausweisfunktion mit PIN braucht, um sich einzuloggen, ist eine Hürde, die für viele Nutzerinnen und Nutzer zu hoch ist. Wichtig ist aus Sicht des GDV auch, die Bekanntheit des Portals zu steigern.
Dänemark: Digitale Renteninformation seit 1999
Der dänische PensionsInfo.dk gilt international seit Jahren als Vorbild für digitale Rentenübersichten. Die Plattform wird privatwirtschaftlich organisiert. Es gibt sie bereits seit 1999. Sie hat hohe Nutzerzahlen und ist im Alltag der Menschen verankert. Es werden nicht nur Daten geboten, sondern auch Projektionen und verständliche Entscheidungshilfen. Darüber berichtete Michael Rasch, Leiter des dänischen Renteninformationssystems.
Zur Veranstaltung:
Der GDV hat auf seiner Veranstaltung drei Perspektiven zusammengebracht, um die Herausforderungen der Digitalen Rentenversicherung zu diskutieren: Die politische und fachliche Perspektive des Bundesarbeitsministeriums, die operative Perspektive der Zentralen Stelle für die Digitale Rentenübersicht und der internationale Vergleich mit Dänemark.