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Konjunktur & Märkte

Europa in der Belastungsprobe

Die deutsche Wirtschaft dürfte im Sommerhalbjahr 2026 schwächer laufen, als die Jahresprognosen von rund 0,5 Prozent erwarten lassen. Das zeigt die aktuelle Juni-Ausgabe der Economics & Finance Perspectives. Denn rund 0,4 Prozentpunkte des Jahreswerts sind rein rechnerische Kalender- und Überhangeffekte. Hinzu kommt das starke BIP-Wachstum von 0,3 Prozent im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal, das den Jahreswert zusätzlich stützt.

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© unsplash / Hanson Lu

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran vom 15. Juni entschärft den Energiepreisschock der vergangenen Monate. Der Ölpreis der Sorte Brent verlor in den ersten zwei Juniwochen rund 17 Prozent. Wir gehen in unserem Basisszenario davon aus, dass die Entspannung anhält, rechnen aber weiterhin mit Ölpreisen oberhalb des Vorkriegsniveaus. Offen bleibt, wie stark der Schock noch auf Inflation und Wachstum in der zweiten Jahreshälfte durchschlägt. Im Euroraum schrumpfte das BIP im ersten Quartal um 0,2 Prozent, vor allem Irland und Frankreich zogen das Aggregat nach unten. Die Inflationsrate lag im Mai bei 3,2 Prozent. Die USA zeigen sich dagegen trotz steigender Inflation robust. Der Arbeitsmarkt ist stark, die Stimmungsindikatoren liegen in der Expansionszone. Die Inflationsrate stieg im Mai allerdings auf 4,2 Prozent, den höchsten Wert seit April 2023.

Die Europäische Zentralbank hat im Juni die Leitzinsen erstmals seit 2023 wieder angehoben, um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Sie verweist auf den anhaltenden Energiepreisdruck. Die EZB-Projektion für die Inflation 2026 wurde von 2,6 auf 3,0 Prozent angehoben. Wir rechnen mit einer weiteren Anhebung auf 2,50 Prozent im Herbst und danach mit einer längeren Pause. Die Fed hat die Zinsen Mitte Juni bei der ersten Sitzung unter dem neuen Chef Kevin Warsh unverändert gelassen. Der Markt rechnet aber inzwischen mit einer Anhebung um 25 Basispunkte in der zweiten Jahreshälfte.

Die langfristigen Renditen bleiben weiter erhöht. Treiber sind zunehmend Realzinsen und Laufzeitprämien, nicht mehr nur Inflationserwartungen. Der SpaceX-Börsengang war das bestimmende Thema an den Aktienmärkten. Mit rund 2,1 Billionen US-Dollar ist er der größte der Finanzgeschichte und verschärft damit aber auch die Konzentration in einigen Indizes. 

Die vollständige Juni-Ausgabe der Economics and Financial Perspectives steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an den Autor Dr. Kay Seemann.

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