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Naturgefahren

EU-Klimaresilienzrahmen: Prävention muss fester Bestandteil europäischer Wirtschaftspolitik werden

Die Europäische Kommission hat ihren Rahmen für Klimaresilienz (CRF) vorgestellt. Der GDV begrüßt die Initiative. Entscheidend ist nun, dass Europa Klimarisiken nicht nur besser erfasst, sondern daraus konkrete Schutzmaßnahmen ableitet.

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© mrstam / Gettyimages

Mit dem Klimaresilienzrahmen will die EU-Kommission den Umgang mit den zunehmenden Folgen des Klimawandels verbessern. Klimarisiken sollen systematischer bewertet, Verantwortlichkeiten klarer geregelt und Vorsorgemaßnahmen gestärkt werden.

Für die Versicherungswirtschaft ist das ein wichtiger Schritt. Denn Extremwetter gefährdet längst nicht mehr nur einzelne Gebäude oder Regionen. Überschwemmungen, Stürme, Hitze und Dürren können Produktionsstandorte beeinträchtigen, Lieferketten unterbrechen, kritische Infrastruktur beschädigen und öffentliche Haushalte erheblich belasten.

„Europas Wettbewerbsfähigkeit hängt auch davon ab, wie widerstandsfähig unsere Wirtschaft gegen Klimarisiken ist. Deswegen ist es gut, dass die Europäische Kommission hier vorangeht und Prävention fest in Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik verankern will", sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV. „Der europäische Klimaresilienzrahmen bietet die Chance, staatliche Vorsorge, privates Kapital und die Risikoexpertise der Versicherer zusammenzubringen, damit unsere Wirtschaft auch in Zukunft handlungs- und investitionsfähig bleibt.“

Klimarisiken müssen bei wirtschaftlichen Entscheidungen mitgedacht werden

Europa verfügt bereits über umfangreiches Wissen über die Folgen des Klimawandels. Entscheidend ist nun, dieses Wissen in konkrete Präventionsmaßnahmen zu übersetzen. Klimarisiken müssen von Anfang an bei Bauvorhaben, Infrastrukturprojekten und öffentlichen Investitionen berücksichtigt werden.

Dafür braucht es verlässliche und vergleichbare Risikodaten sowie klare Verantwortlichkeiten. Die Versicherungswirtschaft kann ihre jahrzehntelange Erfahrung bei der Bewertung und Modellierung von Naturgefahren einbringen.

Schäden zu verhindern ist wirtschaftlich sinnvoller, als ihre Folgen immer wieder zu finanzieren. Prävention ist deshalb kein zusätzlicher Kostenfaktor, sondern eine Investition in die langfristige Stabilität der europäischen Wirtschaft.

Privates Kapital und Risikoexpertise stärker nutzen

Die notwendige Anpassung an den Klimawandel lässt sich nicht allein aus öffentlichen Haushalten finanzieren. Um Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen, muss Europa deshalb privates Kapital und die Expertise der Wirtschaft stärker einbinden. 

Versicherer können Risiken bewerten, Investitionen absichern und als langfristige Kapitalgeber zur Finanzierung widerstandsfähiger Infrastruktur beitragen. Mit Kapitalanlagen von rund 1,9 Billionen Euro gehört die deutsche Versicherungswirtschaft zu den wichtigsten institutionellen Investoren.

Damit mehr privates Kapital für solche Projekte mobilisiert werden kann, braucht es verlässliche Investitionsbedingungen, geeignete Projekte und praktikable öffentlich-private Partnerschaften.

Versicherbarkeit langfristig sichern

Eine widerstandsfähige Wirtschaft braucht dauerhaft versicherbare Risiken. Versicherungen können die finanziellen Folgen von Naturkatastrophen abfedern, Schäden selbst jedoch nicht verhindern.

Allein in Deutschland haben Versicherer in den vergangenen 50 Jahren mehr als 200 Milliarden Euro für Naturgefahrenschäden gezahlt. Mit zunehmenden Klimarisiken wächst die Bedeutung wirksamer Vorsorge. Nur wenn Risiken konsequent reduziert werden, kann Versicherungsschutz langfristig verfügbar und bezahlbar bleiben.

Prävention und Versicherungsschutz müssen deshalb Hand in Hand gehen. Dazu gehören auch tragfähige Partnerschaften zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, um außergewöhnliche Katastrophenrisiken gemeinsam zu bewältigen.

Die von der EU-Kommission angekündigte Klimaversicherungsallianz bietet die Gelegenheit, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren. Aus Sicht des GDV muss dabei neben der finanziellen Absicherung insbesondere die Vermeidung von Schäden im Mittelpunkt stehen.

Das Ziel ist eine europäische Wirtschaft, die auch unter zunehmenden Klimarisiken handlungs-, investitions- und versicherungsfähig bleibt.

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