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Cybersicherheit

Nur eins von 20 Unternehmen in Deutschland ist gegen Cyberangriffe versichert

Aktuelle GDV-Geschäftszahlen zeigen, dass die gewerbliche Cyberversicherung noch nicht in der Breite der Wirtschaft angekommen ist. Die wachsende Bedrohungslage erfordert, Cybergefahren ernst zu nehmen und die Prävention zu stärken.

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© unsplash / Glenn Carstens Peters

Die gewerbliche Cyberversicherung wird stärker nachgefragt. 2025 ist die Zahl der Verträge um 15,7 Prozent auf rund 157.000 gestiegen. Trotzdem bleibt sie in Deutschland wenig verbreitet. 

„Nur rund fünf Prozent der Unternehmen sind gegen die Folgen eines Cyberangriffs versichert”, sagt die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach. „Das ist nicht zuletzt angesichts der globalen Sicherheitslage ein Problem. Kein Betrieb ist vor Hackern sicher.“

Viele Unternehmen verfügen nicht über IT-Mindeststandards

Ein Grund für die geringe Verbreitung des Versicherungsschutzes ist, dass viele Unternehmen nicht die grundlegenden Anforderungen an die IT-Sicherheit erfüllen. Diese sind in der Regel Voraussetzung für den Abschluss einer Cyberversicherung. Nach Erkenntnissen der Versicherer verfügen nur rund ein Drittel der deutschen Unternehmen über hinreichende Schutzmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Sicherheitsupdates, verlässliche Backups, klare Zugriffsrechte und funktionierende Notfallpläne. Solche Maßnahmen sind wichtig, um das Risiko eines Angriffs zu verringern.

„Wer privat in den Urlaub fährt, lässt zuhause auch nicht alle Fenster und Türen offen, nur weil ein Einbruch unwahrscheinlich erscheint. Auch in der IT-Sicherheit von Unternehmen braucht es Mindeststandards. Stand heute fehlt es vielfach am Bewusstsein für Cyber-Gefahren“, warnt Käfer-Rohrbach. 

Teurere Schäden, niedrige Hürden für Cyberkriminelle 

Dabei kann Cyberkriminalität in Unternehmen erhebliche organisatorische und finanzielle Schäden anrichten. Laut aktueller GDV-Statistik waren es 2025 knapp 200 Millionen Euro an Versicherungsschäden. Gleichzeitig werden einzelne Schadenfälle teurer. Der Durchschnittsschaden stieg um 5,8 Prozent auf 43.186 Euro.

Besonders mittelständische Unternehmen sind beliebte Angriffsziele und unterschätzen die Gefahr. Sie empfinden sich häufig als nicht interessant genug, um in den Fokus von Hackern zu geraten. „Die Annahme zu klein oder zu unwichtig zu sein, ist ein gefährlicher Trugschluss“, so Käfer-Rohrbach. 

Zudem steigt die Bedrohungslage durch niedrigere Hürden für Cyberkriminelle. Unter dem Begriff “Cybercrime as a Service” können Cyberkriminelle Angriffe mittlerweile als Dienstleistung einkaufen. Künstliche Intelligenz senkt die Hürden weiter, etwa durch täuschend echte Phishing-Nachrichten oder die schnelle Auswertung großer Datenmengen.

Prävention und Versicherungsschutz müssen sich ergänzen

Investitionen in IT-Sicherheit, Mitarbeiterschulungen und weitere Sicherheitsvorkehrungen sind für jedes Unternehmen essenziell. Auch künstliche Intelligenz kann zusätzlich als Schutzwerkzeug dienen, zum Beispiel um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen. Auch wenn Sicherheitsmaßnahmen keine Schutzgarantie sind, verkleinern sie doch die Angriffsfläche. Laut GDV-Statistik melden nur rund drei Prozent der versicherten Unternehmen einen Cyber-Schaden.

Prävention und Versicherungsschutz erfüllen damit unterschiedliche, sich ergänzende Funktionen. Gute IT-Sicherheit verringert Risiken, während eine Cyberversicherung Unternehmen bei der Bewältigung der finanziellen und betrieblichen Folgen eines Cyberangriffs unterstützt.

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