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Konjunktur & Märkte

ifo-Konjunkturtest: Gesamtwirtschaftliche Lage trübt Ausblick bei Versicherern

Die Stimmung in der deutschen Versicherungswirtschaft wird im zweiten Quartal 2026 mehrheitlich positiv gesehen. Das Geschäftsklima liegt nach Berechnungen des ifo-Instituts bei 7,9 Punkten und damit nahezu auf dem Niveau des Vorquartals. Gleichzeitig trüben sich die Erwartungen für die kommenden Monate ein. Sie sinken um 7,4 auf minus 7,0 Punkte.

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© gettyimages / dan_prat

„Die Versicherer stehen solide da“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Beim Blick nach vorn sind sie allerdings vorsichtiger. Das ist angesichts hoher wirtschaftlicher Unsicherheit und schwachen Potenzialwachstums nicht überraschend. Entwicklungen in der Gesamtwirtschaft erreichen die Versicherungswirtschaft zudem häufig mit Verzögerung. Umso wichtiger ist, dass die Bundesregierung den eingeschlagenen Reformkurs entschieden fortsetzt und verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen schafft.“

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Lebensversicherung mit ambivalenten Erwartungen

In der Lebensversicherung fällt das Stimmungsbild divergierend aus. Das Geschäftsklima sinkt deutlich um 13,7 auf 0,6 Punkte. Dabei wird die aktuelle Geschäftslage von den befragten Unternehmen etwas besser eingeschätzt, sie steigt um 1,7 auf 20,0 Punkte. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate gehen dagegen um 27,5 auf minus 17,2 Punkte zurück.

Auch beim Neugeschäft zeigt sich ein differenziertes Bild. Bei den laufenden Beiträgen verbessern sich die Erwartungen. Hier dürfte der anstehende Start der neuen geförderten Altersvorsorge positive Erwartungsanreize setzen. “Beim Neugeschäft mit laufenden Beiträgen sehen die Lebensversicherer wieder bessere Chancen, der Wert steigt um 26,0 auf 0,6 Punkte. Das höhere Zinsniveau macht langfristige Vorsorge attraktiver“, sagt Asmussen. Beim Einmalbeitragsgeschäft bleiben die Erwartungen dagegen negativ. Sie gehen um 8,8 auf minus 23,5 Punkte zurück.  

Schaden- und Unfallversicherung: Stimmung wird von der aktuellen Entwicklung getragen

In der Schaden- und Unfallversicherung hat sich das Geschäftsklima im zweiten Quartal verbessert. Es stieg um 8,5 auf 11,0 Punkte. Besonders deutlich legt die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage zu. Sie verbessert sich um 26,5 auf 36,6 Punkte.  

In der Kraftfahrtversicherung hat sich die Stimmung gegenüber den Vorquartalen verbessert. Das Geschäftsklima erreicht dort 22,3 Punkte. Der GDV hat seine Beitragsprognose für die Sparte inzwischen auf ein Plus von knapp sieben Prozent für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Im ersten Quartal hatte die Prognose noch bei 6,4 Prozent gelegen. „Die wirtschaftliche Lage in der Kfz-Versicherung hat sich stabilisiert, bleibt aber angespannt“, sagt Asmussen. „Mit einer erwarteten Combined Ratio von rund 99 Prozent bewegen wir uns 2026 gerade noch in der versicherungstechnischen Gewinnzone. Steigende Schadenkosten und die Inflation bleiben eine Belastung.”

Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate in der Schaden- und Unfallversicherung verschlechtern sich dagegen um 7,1 auf minus 11,9 Punkte. Die anziehende Inflation und eine Normalisierung der Naturgefahrenbilanz dürften die Erwartungshaltung drücken. Ein ähnliches Stimmungsbild zeigt sich auch beim Blick auf die Schäden. Die Schadenslage wurde mit minus 35,0 um 14,1 Punkte besser bewertet als im Vorquartal. Die Schadenserwartungen bleiben mit minus 59,1 Punkten allerdings deutlich negativ.

Über den ifo Konjunkturtest

Der ifo Konjunkturtest Versicherungswirtschaft ist eine vierteljährliche Befragung, die im Auftrag des GDV bei etwa 150 Versicherern verschiedener Sparten durchgeführt wird. Erfasst werden zum einen die Geschäftslage, die die aktuelle Situation der Unternehmen widerspiegelt, sowie die Geschäftserwartungen, die auf die Perspektiven für die nächsten sechs Monate abzielen. Das Geschäftsklima ist keine eigenständige Frage, sondern wird als geometrisches Mittel aus den Salden der Antworten zur Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen ermittelt. 

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